Archiv für die Kategorie 'Nobelpreise-Wirtschaftswissenschaften'

Der Wirtschaftsnobelpreis 2016

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2016 geht an zwei in den USA forschende Ökonomen, den gebürtigen Briten Oliver Hart (*1948) und an den Finnen Bengt Holmström (*1949) für ihre Beiträge zur Vertragstheorie.

Casanova und Leipzig

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 8 Mio. Schwedische Kronen (ca. 830.000 EUR).

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2016/ (Pressemitteilung der Nobelstiftung)

Website von Oliver Hart an Harvard

Website von Bengt Holmström an MIT

Der Wirtschaftsnobelpreis 2015

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2015 geht an den britischen Ökonomen Angus Deaton (*1945) für seine Analysen zum Konsumverhalten, über die Armut und über die Wohlfahrt.
Angus Deaton (*1945 in Edinburgh) studierte Wirtschaftswissenschaften an der traditionsreichen englischen Universität Cambridge und promovierte 1974. Deaton hat die britische und US-amerikanische Staatsbürgerschaft, heute ist er Professor an der renommierten Universität Princeton (NJ, USA).  Dank Deaton können Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftspolitik heute nicht nur auf Theorien zurückgreifen, sondern auf realistische Modelle, die auf empirischen Daten wie z.B. Daten zum individuellen Haushaltseinkommen basieren.

Hintergrund: Deaton beleuchtet in seiner Forschung die Rolle des privaten Konsums und Einkommens für eine Wirtschaftspolitik, die die Verbesserung von Wohlstand und Sozialstaat bei Verminderung der Armut zum Ziel hat. Seine qualitativen und quantitativen Analysen verknüpfen mikroökonomische und makroökonomische Aspekte sowie Aspekte der wirtschaftlichen Entwicklung.
Deaton entwickelte 1980 ein Verfahren, um einschätzen zu können, inwieweit die Nachfrage an Gütern von deren Preis und vom privaten Einkommen abhängt. Sein „Almost Ideal Demand System“ ist heute ein Standardmodell in der Wissenschaft und Praxis.
Um 1990 entwickelte Deaton eine Theorie darüber, inwieweit der einzelne Konsument sein Komsumverhalten an sein Einkommen anpasst. Mit dieser Analyse konnte er Datenmuster bereitstellen, um makroökonomische Wirtschaftszyklen besser zu verstehen.
In seinen jüngsten Forschungen analysiert Deaton die Zusammenhänge zwischen Wohlfahrt bzw. Sozialstaat und Armut. Dabei konnte er zeigen, dass eine genaue Messung der individuelle Haushaltseinkommen bei der Unterscheidung der verschiedenen Mechanismen der wirtschaftlichen Entwicklung hilft. Seine Forschunhgsergebnisse deckten die Unzulänglichkeiten beim Vergleich des Ausmaßes von Armut über Zeiten und Orte auf. Die Nutzung von genauen Haushaltsdaten kann auch ein Licht auf andere Felder werfen, wie dem Zusammenhang zwischen individuellem Einkommen und Kalorienaufnahme oder geschlechtsbedingter Diskrimierung innerhalb von Familien.

Casanova und Leipzig

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 8 Mio. Schwedische Kronen (ca. 850.000 EUR).

Man vergleiche mit dem Wirtschaftsnobelpreise 2014

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2015/ (Pressemitteilung der Nobelstiftung)

Website von Angus Deaton in Princeton

Stockholm, 13. Oktober 2014, 13:00 Uhr

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* 2014 geht an den Franzosen Jean Tirole (*1953) für seine Analysen zur Marktmacht und ihrer Regulation.

Jean Tirole (Bild: Mme Tirole)

Jean Tirole (Bild: Mme Tirole)

Jean Tirole (*1953, Troyes, Frankreich) hat zunächst in Paris im Fach Mathematik und dann am Massachusetts Institute of Technology (MIT in Cambridge, MA, USA) in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Professor Tirole arbeitet als wissenschaftlicher Direktor an der Toulouse School of Economics (an der Toulouse 1 Capitole University). Er erforscht die Marktmacht große Konzerne und entwickelte eine Theorie zu den Möglichkeiten der wirtschaftspolitischen Regulation dieser Konzerne, um gesellschaftliche Schäden, die eine unbeschränkte Marktmacht anrichten kann, zu verhindern. 2011 erhält Tirole die Ehrendoktorwürde der Universität Mannheim (s.u. Link zur Pressemitteilung).

Hintergrund
Es sind oft nur wenige globale Konzerne und Monopole wie beispielsweise die großen Telekommunikations-  Internet- und Finanzkonzerne, die ihren Markt fast unbeschränkt beherrschen. Diese monopolartige Marktmacht gefährdet einerseits den Markt selbst im Sinne eines nicht mehr funktionierenden Wettbewerbs, anderseits können daraus auch eine Reihe gesellschaftspolitischer Schäden aus einer maßlosen Profitmaximierung resultieren. Jean Tirol entwickelte theoretisch Regeln, die solchen Konzernen gestellt werden, um die Gefahren aus ihrer Marktmacht zu reduzieren, ohne das Unternehmen selbst zu beschädigen. Dabei handelt es sich um wirtschaftspolitische Instrumente wie beispielsweise die Einführung von Preisobergrenzen. Diese Instrumente der Regulation müssen nach Jean Tirole gewissermaßen auf jeden Konzerntyp abgestimmt werden, so dass die Konzerne mit hoher Produktivität wirtschaften können, ohne nachteilige Wirkungen auf Wettbewerber und Kunden (und Staat).

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 8 Mio. Schwedische Kronen (ca. 900.000 EUR).

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2014/ (Pressemitteilung der Nobelstiftung)

Pressemitteilung zur Ehrendoktorwürde an Tirole von der Universität Mannheim

Homepage von Jean Tirole an der Toulouse School of Economics

Stockholm, 14. Oktober 2013

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* wurde bekanntgegeben, der letzte Preis in der Nobelpreiswoche 2013.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2013 geht an die drei US-Wirtschaftswissenschaftler Eugene F. Fama (*1939, Boston), Lars Peter Hansen (*1952, Urbana, Ill.) und Robert J. Shiller (*1946, Detroit) für ihre empirische Analyse der Preisentwicklung von Wertpapieren.

Der diesjährige Nobelpreis gilt der Beobachtung und Analyse der Preisbildung (auch Zinsentwicklung, Volatilität) an Finanzmärkten, also von Aktien, Immobilien und anderen Anlagen, die an Börsen gehandelt werden.

Die Arbeiten der drei Nobelpreisträger wurden zuvor bereits mehrfach mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Insbesondere Robert Shiller ist mit seinen Warnungen vor bedrohlichen Blasen in der Aktien- und Immobilienpreisentwicklung auch in der Öffentlichkeit bekannt geworden, so warnte er z.B. vor der New-Economy-Blase (2000) und auch vor der Immobilienblase in den USA, die zur – derzeit noch bestehenden – Finanzkrise 2008 führte. Seine Forschungsergebnisse eignen sich auch zum besseren Verständnis der Volatilität von Aktien.

Die von den ausgezeichneten Wirtschaftswissenschaftlern entwickelten Modelle zur Analyse der Preisentwicklung von Anlagen sind beispielsweise die in der Fachwelt bekannten Modelle Capital Asset Prizing Model oder auch Fama-French-Dreifaktorenmodell. Fondsmanager nutzten Faktoren aus diesen empirischen Modellen zur Vorhersage der Entwicklung der von ihnen verwalteten Aktien an der Börse.

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr ca. 930.000 EUR.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2013/ (Seite der Nobelstiftung)

http://larspeterhansen.org/ (Seite von Hansen an der Universität Chicago)

http://www.econ.yale.edu/~shiller/ (Seite von Shiller an der Universität Yale)

http://www.chicagobooth.edu/faculty/directory/f/eugene-f-fama (Seite von Fama an der Chicago Booth Scholl of Buisiness)

Stockholm, 15. Oktober 2012

heute wurde um 13:00 Uhr der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* bekanntgegeben. Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2012 geht an die beiden US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Alvin E. Roth (*1951) und Lloyd S. Shapley (*1923).

Die beiden Ökonomen erhalten den Nobelpreis für ihre Theorie stabiler Verteilungen und zu der Praxis der Beschaffenheit von Märkten.
Alvin E. Roth (*1951. NYC, NY) ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der renommierten Universität Harvard. Er erforscht die Strukturen von Märkten u.a. mit der Methode der Spieltheorie.
Lloyd S. Shapley (*1923, Cambridge, Massachusetts, USA) ist Wirtschaftsmathematiker mit einem Schwerpunkt auf dem Gebiet der Spieltheorie. Er forschte zuletzt an der University of California in Los Angeles.

Hintergrund: Die von der Spieltheorie geprägten Untersuchungen und die dabei von Roth und Shapley sowie dem verstorbenen Ökonom David Gale (1921-2008) entwickelten Algorithmen, insbesondere der sogenannte Gale-Shapley-Algorithmus für passende Zuteilungen, dienen der Steuerung (und Optimierung) des Zusammenspiels verschiedener Partner, z.B. zwischen Akteuren im Markt, also zwischen Kunden (Käufern) und Anbietern (Verkäufern) von Produkten und Dienstleistungen, aber auch auf anderen Gebieten, etwa zwischen Patient und Arzt, zwischen Schüler und Lehrer, zwischen Student und Universität, ja sogar zwischen Mann und Frau als Partner. Dieses Auffinden optimaler, stabiler Zuteilungen wird auch „stable marriage problem“ genannt.

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und wird offiziell als Preis der Reichsbank Schwedens auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel bezeichnet. Das Preisgeld beträgt dieses Jahr ca. 930.000 EUR.

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2012/ (Seite der Nobelstiftung)

Stockholm, 10. Oktober 2011 um 13:00 Uhr – Die Nobelpreiswoche ist mal wieder vorbei!

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* geht 2011 an die US-Ökonomen Christopher A. Sims (*1942, Washington, D.C.) von der Princeton University und Thomas J. Sargent (*1943, Pasadena, Kalifornien) von der New York University. Die beiden Wissenschaftler werden für ihre empirischen Untersuchungen zu Ursache und Wirkung in der Makroökonomie ausgezeichnet.

Wie so oft geht es darum, zu verstehen, wie Wirtschaft eigentlich funktioniert. Eine der Fragestellungen in der Forschung von Sargent und Sims lautete: Wie wird das Bruttoinlandsprodukt, also das BIP, und die Inflation tatsächlich, d.h. kurz-, mittel- und langfristig, von politischen Maßnahmen wie Zins- und Steuersenkungen beeinflusst. Der besondere Ansatz von Sargent zur Beantwortung dieser komplexen Wechselwirkungen liegt nun auch in der empirischen Auswertung historischer Daten. Sims fokussiert seine Untersuchungen auf die Effekte aus nicht erwarteten Änderungen bestimmter Variablen, etwa plötzlicher Zinsänderungen, auf die Gesamtwirtschaft.

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und wird offiziell als Preis der Reichsbank Schwedens auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel bezeichnet. Das Preisgeld beträgt ca. 1,1Mio EUR.

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2011/ (Seite der Nobelstiftung)

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* 2010 teilen sich Peter A. Diamond, Dale T. Mortensen und Christopher A. Pissarides. Sie erhalten diese höchste Auszeichnung für ihre über das Standardmodell von Angebot und Nachfrage hinausgehende Theorie zum Suchen und Finden auf Märkten, inbesondere in Bezug auf Arbeitsmärkte.

Peter Arthur Diamond (*1940 in New York) und Dale Thomas Mortensen (*1939 in Enterprise, Oregon) sind amerikanische Wirtschaftswissenschaftler. Diamond, Absolvent der Wirtschaftswissenschaften am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge (Mass.), lehrt und forscht dort später als Professor mit einem Schwerpunkt auf den sozialen Sicherungssystemen in den USA. Mortensen ist Spezialist für Arbeitsmärkte und lehrt am Campus der Northwestern University in Evanston (Illinois). Der aus Zypern stammende, britische Wirtschaftswissenschaftler Christopher Antoniou Pissarides (*1948 in Nikosia, Zypern), ebenfalls ein Spezialist auf dem Gebiet des Arbeitsmarktes, ist Absolvent der University of Essex und forscht an der London School of Economics. Die drei Wissenschaftler erhalten den Preis für ihre Forschungen zum Suchen und Finden auf Märkten. Sie entwickelten dabei eine Theorie, die über die einfache und eher statische Standardtheorie von Angebot und Nachfrage hinausgeht und dynamische Entwicklungen besser berücksichtigt.

Hintergrund: Die ausgezeichneten Wissenschaftler begründen das von Fachleuten so genannte Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell. Dieses Modell betrachtet das Suchen und Finden auf dynamischen Märkten, beispielsweise das Suchen und Finden von Arbeit. Starken praktischen bzw. politischen Einfluss übt das Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell daher bei der Betrachtung der Funktionsweise des Arbeitsmarktes aus. So wird etwa die Frage untersucht, warum hohe Arbeitslosigkeit gleichzeitig mit starkem Arbeitskräftemangel einhergehen kann. Pissarides und Mortensen forschen seit 2001 u.a. auch für das Institut zur Zukunft der Arbeit in Bonn (s.u. Link) und beeinflussen insbesondere die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder. Die Hartz-IV-Gesetzgebung mit der These vom „Fördern und Fordern“ kann gewissermaßen auch als ein politisches Resultat der Arbeiten von Diamond, Mortensen und Pissarides in Deutschland gesehen werden.

*Anmerkung: Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und wird offiziell als Preis der Reichsbank Schwedens für die ökonomische Wissenschaft zum Andenken an Alfred Nobel bezeichnet. Das Preisgeld beträgt wie bei den anderen Nobelpreisen auch etwa 1,1 Millionen Euro und wird durch eine von der Schwedischen Reichsbank anläßlich ihres dreihundertjährigen Bestehens 1968 gestiftete Summe ermöglicht.  Die Wahl der Preisträger erfolgt wie bei den anderen Nobelpreisen durch die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften und folgt den selben Prinzipien.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2010/ (Seite der Nobelstiftung)
http://www.iza.org/ (Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn)
http://econ-www.mit.edu/faculty/pdiamond (Peter Diamonds Seite am MIT)
http://sites.google.com/site/dalemortensensite/(Seite von Dale Mortensen)
http://econ.lse.ac.uk/staff/cap/index_own.html (Seite von Christopher Pissarides an der London School of Economics)

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2005 teilen sich Robert Aumann und Thomas Schelling. Sie erhalten die Auszeichnung für ihre Beiträge zur Spieltheorie und zur spieltheoretischen Behandlung von Konfliktsituationen.

Der deutsch-amerikanisch-israelische Mathematiker Robert Aumann (*1930 in Frankfurt am Main, D) entstammt einer jüdischen Unternehmerfamilie in Frankfurt. 1938 flieht die Familie unter dem Druck der NS-Politik in die USA.  Hier studiert Aumann Mathematik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), 1956 geht der gläubige Jude Aumann nach Israel und lehrt an der Hebräischen Unsiversität in Jerusalem. Aumann ist Spezialist auf dem Gebiet der Spieltheorie, seine Arbeiten sind dabei stark interdisziplinär ausgerichtet. Und so wendet er spieltheoretische Ansätze auf verscheidenen Gebieten an. Den Nobelpreis erhält Aumann für seine spieltheoretischen Lösungsansätze in der soziologischen Konfliktforschung, darüber hinaus wendet Aumann die Spieltheorie auf Problemstellungen im Talmud und andere religiös-philsophische Fragestellungen an.
Die amerikanische ÖkonomThomas Schelling (*1921 in Frankfurt am Main, D) ist Absolvent der Berkeley University (Kalifornien), später forscht er an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts), an der Yale University in New Haven (Connecticut) und bleibt schließlich in Harvard. Den Ökonom Schelling interssiert die Frage wie Konflikte mit spieltheoretischen Ansätzen verstanden werden können. Sein auch politisch sehr einflussreiches Hauptwerk hat den Titel The Strategy of Conflict. In dieser Essaysammlung von 1981 werden verschiedene Konfliktsituationen spieltheoretisch untersucht.

Video: Talkrunde mit Robert Aumann über Konfliktbetrachtungen auf einem Mathematik-Festival von 2008 auf youtube

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2005/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2005/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)
http://de.wikipedia.org/wiki/Spieltheorie (Wikipedia-Artikel zur Spieltheorie)

Mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2006 wird Edmund S. Phelps für seine Analyse bestimmter zeitbezogener Effekte in makroökonomischer Politik ausgezeichnet.

Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Edmund Strother Phelps (*1933 in Evanston, Illinois, USA) wächst als Jugendlicher in Hastings (New York) auf. Dieser relativ kleine Ort stellt mit Phelps inzwischen 6 Nobelpreisträger und die örtliche Presse vermutet „etwas im Trinkwasser“. Phelps jedoch lobt seine Schule und seine musikalische Ausbildung, so er spielt Trompete in der Schulband (s.u. Link zu seiner Autobiografie bei der Nobel-Stiftung).
Phelps studiert Wirtschaftswissenschaften an der renommierten Yale University, New Haven (Connectitcut), er spezialisiert sich dabei auf das Gebiet der Makroökonomie, besonders die Regeln für wirtschaftliches Wachstum. Phelps forscht und lehrt als Professor an der Columbia University in New York City. In den 1960iger Jahren entwickelt er eine als Goldene Regel der Akkumulation bezeichnete Regel, die unter vereinfachten Annahmen den Zusammenhang zwischen Zinssatz, Wachstum und Konsum (der Bevölkerung) in der Weise wiedergibt,  dass der Konsum dann am höchsten ist, wenn der Zinssatz genau der Wachstumsrate des BIP (Bruttoinlandsprodukt) entspricht. Phelps Regel ist eine Grundregel in der makroökonischen Wachstumstheorie, sie wird in seinem Hauptwerk Golden Rules of Economic Growth von 1966 vorgestellt.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2006/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2006/phelps.html (Autobiografie Phelbs der Nobelstiftung)
http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Regel_der_Akkumulation (Wikipedia-Artikel über die Goldene Regel der Akkumulation)

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2007 teilen sich Leonid Hurwicz, Eric S. Maskin und Roger B. Myerson. Alle drei werden für ihre „Entwicklung der Grundlagen des Mechanischen Designs“ geehrt.

Die drei Nobelpreisträger sind alle amerikanische Wirtschaftswissenschaftler. Leonid Hurwicz (*1917 in Moskau; †2008 in Minneapolis, Minnesota, USA) hat polnische Eltern. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, anschließend der Physik sowie einer intensiven musikalischen Ausbildung am Konservatorium in Warschau besucht Hurwicz während der 1930iger Jahre in Großbritannien die London School of Economics. Ab 1940 arbeitet er in den USA, dort ist er Gastprofessor u.a. an der Harvard University in Cambridge (Mass.) und an der Standford University (Kalifornien). Hurwicz entwickelt Regeln in der ökonomischen Entscheidungstheorie, die nach ihm Hurwicz-Regeln oder Optimismus-Pessimismus-Regeln genannt werden. Mit seinen Arbeiten auf dem Gebiet der Entscheidungstheorie gilt Hurwicz auch als Begründer der Theorie des heute sogenannten „Mechanischen Designs“, ein Teilgebiet der ökonomischen Spieltheorie, das mit mathematischen (gruppentheoretischen) Methoden die Merkmale des Zusammenspiels (bzw. der Kooperation) verschiedener Teilnehmer im Markt untersucht.
Eric Stark Maskin (*1950 in New York City) schließt sein Studlium in Mathematik an der Harvard University in Cambridge (Mass.) ab, geht anschließend an die Standford University (Kalifornien) und wird schließlich Professor an der ebenfalls höchst renommierten Princeton University in Princeton (New Jersey). Mit seinen mathematischen Forschungsbeiträgen trägt Maskin wesentlich zur Weiterentwicklung der Theorie des Mechanischen Designs bei.
Roger Bruce Myerson (*1951 in Boston, Mass., USA) ist wie Maskin Mathematiker und Harvard-Absolvent. Er wirkt jeweils zeitweise an verschiedenen Universitäten als Gastprofessor. Myerson forscht auf dem Gebiet der Spieltheorie und trägt ebenfalls zur Entwicklung der Theorie des Mechanischen Designs bei.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2007/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2007/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)
http://de.wikipedia.org/wiki/Mechanismen-Entwurf (Wikipedia-Artikel zum Mechanistischen Design)

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