Archiv für die Kategorie 'Wirtschaftswissenschaften-Nobelpreise'

Der Wirtschaftsnobelpreis 2016

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2016 geht an zwei in den USA forschende Ökonomen, den gebürtigen Briten Oliver Hart (*1948) und an den Finnen Bengt Holmström (*1949) für ihre Beiträge zur Vertragstheorie.

Casanova und Leipzig

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 8 Mio. Schwedische Kronen (ca. 830.000 EUR).

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2016/ (Pressemitteilung der Nobelstiftung)

Website von Oliver Hart an Harvard

Website von Bengt Holmström an MIT

Der Wirtschaftsnobelpreis 2015

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2015 geht an den britischen Ökonomen Angus Deaton (*1945) für seine Analysen zum Konsumverhalten, über die Armut und über die Wohlfahrt.
Angus Deaton (*1945 in Edinburgh) studierte Wirtschaftswissenschaften an der traditionsreichen englischen Universität Cambridge und promovierte 1974. Deaton hat die britische und US-amerikanische Staatsbürgerschaft, heute ist er Professor an der renommierten Universität Princeton (NJ, USA).  Dank Deaton können Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftspolitik heute nicht nur auf Theorien zurückgreifen, sondern auf realistische Modelle, die auf empirischen Daten wie z.B. Daten zum individuellen Haushaltseinkommen basieren.

Hintergrund: Deaton beleuchtet in seiner Forschung die Rolle des privaten Konsums und Einkommens für eine Wirtschaftspolitik, die die Verbesserung von Wohlstand und Sozialstaat bei Verminderung der Armut zum Ziel hat. Seine qualitativen und quantitativen Analysen verknüpfen mikroökonomische und makroökonomische Aspekte sowie Aspekte der wirtschaftlichen Entwicklung.
Deaton entwickelte 1980 ein Verfahren, um einschätzen zu können, inwieweit die Nachfrage an Gütern von deren Preis und vom privaten Einkommen abhängt. Sein „Almost Ideal Demand System“ ist heute ein Standardmodell in der Wissenschaft und Praxis.
Um 1990 entwickelte Deaton eine Theorie darüber, inwieweit der einzelne Konsument sein Komsumverhalten an sein Einkommen anpasst. Mit dieser Analyse konnte er Datenmuster bereitstellen, um makroökonomische Wirtschaftszyklen besser zu verstehen.
In seinen jüngsten Forschungen analysiert Deaton die Zusammenhänge zwischen Wohlfahrt bzw. Sozialstaat und Armut. Dabei konnte er zeigen, dass eine genaue Messung der individuelle Haushaltseinkommen bei der Unterscheidung der verschiedenen Mechanismen der wirtschaftlichen Entwicklung hilft. Seine Forschunhgsergebnisse deckten die Unzulänglichkeiten beim Vergleich des Ausmaßes von Armut über Zeiten und Orte auf. Die Nutzung von genauen Haushaltsdaten kann auch ein Licht auf andere Felder werfen, wie dem Zusammenhang zwischen individuellem Einkommen und Kalorienaufnahme oder geschlechtsbedingter Diskrimierung innerhalb von Familien.

Casanova und Leipzig

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 8 Mio. Schwedische Kronen (ca. 850.000 EUR).

Man vergleiche mit dem Wirtschaftsnobelpreise 2014

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2015/ (Pressemitteilung der Nobelstiftung)

Website von Angus Deaton in Princeton

Stockholm, 13. Oktober 2014, 13:00 Uhr

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* 2014 geht an den Franzosen Jean Tirole (*1953) für seine Analysen zur Marktmacht und ihrer Regulation.

Jean Tirole (Bild: Mme Tirole)

Jean Tirole (Bild: Mme Tirole)

Jean Tirole (*1953, Troyes, Frankreich) hat zunächst in Paris im Fach Mathematik und dann am Massachusetts Institute of Technology (MIT in Cambridge, MA, USA) in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Professor Tirole arbeitet als wissenschaftlicher Direktor an der Toulouse School of Economics (an der Toulouse 1 Capitole University). Er erforscht die Marktmacht große Konzerne und entwickelte eine Theorie zu den Möglichkeiten der wirtschaftspolitischen Regulation dieser Konzerne, um gesellschaftliche Schäden, die eine unbeschränkte Marktmacht anrichten kann, zu verhindern. 2011 erhält Tirole die Ehrendoktorwürde der Universität Mannheim (s.u. Link zur Pressemitteilung).

Hintergrund
Es sind oft nur wenige globale Konzerne und Monopole wie beispielsweise die großen Telekommunikations-  Internet- und Finanzkonzerne, die ihren Markt fast unbeschränkt beherrschen. Diese monopolartige Marktmacht gefährdet einerseits den Markt selbst im Sinne eines nicht mehr funktionierenden Wettbewerbs, anderseits können daraus auch eine Reihe gesellschaftspolitischer Schäden aus einer maßlosen Profitmaximierung resultieren. Jean Tirol entwickelte theoretisch Regeln, die solchen Konzernen gestellt werden, um die Gefahren aus ihrer Marktmacht zu reduzieren, ohne das Unternehmen selbst zu beschädigen. Dabei handelt es sich um wirtschaftspolitische Instrumente wie beispielsweise die Einführung von Preisobergrenzen. Diese Instrumente der Regulation müssen nach Jean Tirole gewissermaßen auf jeden Konzerntyp abgestimmt werden, so dass die Konzerne mit hoher Produktivität wirtschaften können, ohne nachteilige Wirkungen auf Wettbewerber und Kunden (und Staat).

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 8 Mio. Schwedische Kronen (ca. 900.000 EUR).

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2014/ (Pressemitteilung der Nobelstiftung)

Pressemitteilung zur Ehrendoktorwürde an Tirole von der Universität Mannheim

Homepage von Jean Tirole an der Toulouse School of Economics

Stockholm, 14. Oktober 2013

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* wurde bekanntgegeben, der letzte Preis in der Nobelpreiswoche 2013.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2013 geht an die drei US-Wirtschaftswissenschaftler Eugene F. Fama (*1939, Boston), Lars Peter Hansen (*1952, Urbana, Ill.) und Robert J. Shiller (*1946, Detroit) für ihre empirische Analyse der Preisentwicklung von Wertpapieren.

Der diesjährige Nobelpreis gilt der Beobachtung und Analyse der Preisbildung (auch Zinsentwicklung, Volatilität) an Finanzmärkten, also von Aktien, Immobilien und anderen Anlagen, die an Börsen gehandelt werden.

Die Arbeiten der drei Nobelpreisträger wurden zuvor bereits mehrfach mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Insbesondere Robert Shiller ist mit seinen Warnungen vor bedrohlichen Blasen in der Aktien- und Immobilienpreisentwicklung auch in der Öffentlichkeit bekannt geworden, so warnte er z.B. vor der New-Economy-Blase (2000) und auch vor der Immobilienblase in den USA, die zur – derzeit noch bestehenden – Finanzkrise 2008 führte. Seine Forschungsergebnisse eignen sich auch zum besseren Verständnis der Volatilität von Aktien.

Die von den ausgezeichneten Wirtschaftswissenschaftlern entwickelten Modelle zur Analyse der Preisentwicklung von Anlagen sind beispielsweise die in der Fachwelt bekannten Modelle Capital Asset Prizing Model oder auch Fama-French-Dreifaktorenmodell. Fondsmanager nutzten Faktoren aus diesen empirischen Modellen zur Vorhersage der Entwicklung der von ihnen verwalteten Aktien an der Börse.

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr ca. 930.000 EUR.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2013/ (Seite der Nobelstiftung)

http://larspeterhansen.org/ (Seite von Hansen an der Universität Chicago)

http://www.econ.yale.edu/~shiller/ (Seite von Shiller an der Universität Yale)

http://www.chicagobooth.edu/faculty/directory/f/eugene-f-fama (Seite von Fama an der Chicago Booth Scholl of Buisiness)

Stockholm, 15. Oktober 2012

heute wurde um 13:00 Uhr der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* bekanntgegeben. Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2012 geht an die beiden US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Alvin E. Roth (*1951) und Lloyd S. Shapley (*1923).

Die beiden Ökonomen erhalten den Nobelpreis für ihre Theorie stabiler Verteilungen und zu der Praxis der Beschaffenheit von Märkten.
Alvin E. Roth (*1951. NYC, NY) ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der renommierten Universität Harvard. Er erforscht die Strukturen von Märkten u.a. mit der Methode der Spieltheorie.
Lloyd S. Shapley (*1923, Cambridge, Massachusetts, USA) ist Wirtschaftsmathematiker mit einem Schwerpunkt auf dem Gebiet der Spieltheorie. Er forschte zuletzt an der University of California in Los Angeles.

Hintergrund: Die von der Spieltheorie geprägten Untersuchungen und die dabei von Roth und Shapley sowie dem verstorbenen Ökonom David Gale (1921-2008) entwickelten Algorithmen, insbesondere der sogenannte Gale-Shapley-Algorithmus für passende Zuteilungen, dienen der Steuerung (und Optimierung) des Zusammenspiels verschiedener Partner, z.B. zwischen Akteuren im Markt, also zwischen Kunden (Käufern) und Anbietern (Verkäufern) von Produkten und Dienstleistungen, aber auch auf anderen Gebieten, etwa zwischen Patient und Arzt, zwischen Schüler und Lehrer, zwischen Student und Universität, ja sogar zwischen Mann und Frau als Partner. Dieses Auffinden optimaler, stabiler Zuteilungen wird auch „stable marriage problem“ genannt.

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und wird offiziell als Preis der Reichsbank Schwedens auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel bezeichnet. Das Preisgeld beträgt dieses Jahr ca. 930.000 EUR.

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2012/ (Seite der Nobelstiftung)

Stockholm, 10. Oktober 2011 um 13:00 Uhr – Die Nobelpreiswoche ist mal wieder vorbei!

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* geht 2011 an die US-Ökonomen Christopher A. Sims (*1942, Washington, D.C.) von der Princeton University und Thomas J. Sargent (*1943, Pasadena, Kalifornien) von der New York University. Die beiden Wissenschaftler werden für ihre empirischen Untersuchungen zu Ursache und Wirkung in der Makroökonomie ausgezeichnet.

Wie so oft geht es darum, zu verstehen, wie Wirtschaft eigentlich funktioniert. Eine der Fragestellungen in der Forschung von Sargent und Sims lautete: Wie wird das Bruttoinlandsprodukt, also das BIP, und die Inflation tatsächlich, d.h. kurz-, mittel- und langfristig, von politischen Maßnahmen wie Zins- und Steuersenkungen beeinflusst. Der besondere Ansatz von Sargent zur Beantwortung dieser komplexen Wechselwirkungen liegt nun auch in der empirischen Auswertung historischer Daten. Sims fokussiert seine Untersuchungen auf die Effekte aus nicht erwarteten Änderungen bestimmter Variablen, etwa plötzlicher Zinsänderungen, auf die Gesamtwirtschaft.

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und wird offiziell als Preis der Reichsbank Schwedens auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel bezeichnet. Das Preisgeld beträgt ca. 1,1Mio EUR.

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2011/ (Seite der Nobelstiftung)

Nobelpreisträger Wirtschaftswissenschaften

Jahr
Nobelpreisträger (Lebensdaten) Land
Gewürdigte Arbeiten

2016
Oliver Hart (*1948) UK
Bengt Holmström (*1949) FIN

für ihre Beiträge zur Vertragstheorie

2015
Angus Deaton (*1945) UK

für seine Analysen zum Konsumverhalten, über die Armut und über die Wohlfahrt

2014
Jean Tirole (*1953) F

für seine Analysen zur Marktmacht und ihrer Regulation

2013
Eugene F. Fama (*1939) USA
Lars Peter Hansen (*1952) USA
Robert J. Shiller (*1946) USA

für ihre empirische Analyse der Preisentwicklung in Anlagemärkten

2012
Alvin E. Roth (*1951) USA
Lloyd S. Shapley (*1923) USA

ihre Theorie stabiler Verteilungen und zu der Praxis der Beschaffenheit von Märkten

2011
Christopher A. Sims (*1942) USA
Thomas J. Sargent (*1943) USA

für ihre empirischen Untersuchungen zu Ursache und Wirkung in der Makroökonomie
2010
Peter A. Diamond (* 1940) USA
Dale Mortensen (* 1939) USA
Christopher Pissarides (*1948) Zypern

für ihre über das Standardmodel von Angebot und Nachfrage hinausgehenden Theorien zum Suchen und Finden auf wirtschaftlichen Märkten

2009
Elinor Ostrom (* 1933) USA;
// Oliver E. Williamson (* 1932) USA

Analyse ökonomischen Handelns im Bereich Gemeinschaftsgüter;
// Analyse ökonomischen Handelns im firmeninternen Bereich

2008
Paul Krugman (* 1953) USA

seine Analysen der Handelsmuster und Räume wirtschaftlicher Aktivität

2007
Leonid Hurwicz (1917-2008) USA
Eric S. Maskin (* 1950) USA
Roger B. Myerson (* 1951) USA

ihre Entwicklung der Grundlagen des Mechanism Design

2006
Edmund S. Phelps (* 1933) USA

u.a. für seine Analyse bestimmter zeitbezogener Effekte in makroökonomischer Politik

2005
Robert Aumann (* 1930) D/USA/Israel
Thomas Schelling (* 1921) USA

ihre grundlegenden Beiträge zur spieltheoretischen Untersuchung in der Konfliktforschung

1969
Ragnar A. K. Frisch (1895-1973) Norwegen
Jan Tinbergen (1903-1994) Schweden

Entwicklung und Anwendung dynamischer Modelle zur Analyse von Wirtschaftsprozessen

1970
Paul A. Samuelson (1915-2009) USA

Weiterentwicklung statischer und dynamischer Theorien in den Wirtschaftswissenschaften

1971
Simon Smith Kuznets (1901-1985) USA

seine Erklärungen von wirtschaftlichem Wachstum, welche zu neuen und vertieften Einsichten in die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen und Entwicklungsprozesse führten Den ganzen Beitrag lesen »