Der Nobelpreis für Chemie 2001 ging an die Forscher William S. Knowles, Ryoji Noyori und Barry Sharpless für die Entwicklung chiraler Katalysatoren für Hydrierungsreaktionen und Oxidationsreaktionen.

Über die Chemienobelpreisträger und die gewürdigten Arbeiten:

Dem amerikanische Chemiker William S. Knowles (* 1917 in Taunton, Mass., USA),  bis 1986 Chemiker bei dem Chemiekonzern Monsanto, gelang die enantiomerenreine Produktausbeute aus stereoselektiven Hydrierungsreaktionen durch von ihm entwickelte chirale Katalysatoren. William S. Knowles arbeitete lange Zeit mit Robert B. Woodward auf dem Gebiet der Steroide zusammen. Der japanischen Chemiker Ryoji Noyori (*1938 in Kobe, Japan),  zuletzt Professor an der Universität Nagoya, und der amerikanische Chemiker Karl Barry Sharpless (*1941 in Philadelphia, USA), zuletzt Professor am Scripps Rearch Institute, machten ihren Post-Doc bei dem berühmten Chemiker Elias Corey in Harvard und waren früh auf dem Gebiet stereoselektiver Synthesen mit chiralen Katalysatoren spezialisiert. Ihre chiralen Katalysatoren sind u.a. spezielle Komplexverbindungen des Metalls Ruthenium (Ru-BINAP-Komplexe).  Beide bauten auf den Ergebnissen von William S. Knowles auf. Nach Sharpless sind in der organischen Chemie einige Reaktionen, darunter die bei Chemikern gut bekannte sogenannte  Sharpless Epoxidierung. Nach Noyori ist die Noyori-Hydrierung benannt.

stereosektive Hydrierung nach Noyori in chemsicher Formelschreibweise

stereoselektive Hydrierung nach Noyori in chemischer Formelschreibweise

Hintergrund: Katalysatoren beschleunigen Reaktionen. Chirale Katalaysatoren wie solche von Typ Ru-BINAP wirken dazu noch stereoselektiv. Strukturen chiraler Moleküle verhalten sich wie Bild und Spiegelbild zueinander, d.h., wie die linke Hand zu der rechten Hand. Oft liegt als Produkt ein Gemisch beider chiraler Formen vor, das sogenannte Racemat. Aus stereoselektiven Reaktionen entsteht nun bevorzugt nur eine chirale Form. Die stereoselektive Synthese gehört zu den wichtigsten Gebieten der organischen Chemie. Wie wichtig sie ist, zeigt beispielsweise der Skandal um die Missbildungen nach dem Einsatz des Medikaments Contergan. Dieser beruht darauf, dass ein Racemat eingesetzt wurde und dabei nicht erkannt wurde, dass nur die eine chrirale Form unbedenklich ist, während das andere bei Einnahme in der Schwangerschaft Missbildungen verursacht.  Text © Ansgar Bach

Weblinks (mit Bildern):

http://nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2001/ (Seite der Nobelstiftung)