Der Wirtschaftsnobelpreis 2015

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2015 geht an den britischen Ökonomen Angus Deaton (*1945) für seine Analysen zum Konsumverhalten, über die Armut und über die Wohlfahrt.
Angus Deaton (*1945 in Edinburgh) studierte Wirtschaftswissenschaften an der traditionsreichen englischen Universität Cambridge und promovierte 1974. Deaton hat die britische und US-amerikanische Staatsbürgerschaft, heute ist er Professor an der renommierten Universität Princeton (NJ, USA).  Dank Deaton können Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftspolitik heute nicht nur auf Theorien zurückgreifen, sondern auf realistische Modelle, die auf empirischen Daten wie z.B. Daten zum individuellen Haushaltseinkommen basieren.

Hintergrund: Deaton beleuchtet in seiner Forschung die Rolle des privaten Konsums und Einkommens für eine Wirtschaftspolitik, die die Verbesserung von Wohlstand und Sozialstaat bei Verminderung der Armut zum Ziel hat. Seine qualitativen und quantitativen Analysen verknüpfen mikroökonomische und makroökonomische Aspekte sowie Aspekte der wirtschaftlichen Entwicklung.
Deaton entwickelte 1980 ein Verfahren, um einschätzen zu können, inwieweit die Nachfrage an Gütern von deren Preis und vom privaten Einkommen abhängt. Sein “Almost Ideal Demand System” ist heute ein Standardmodell in der Wissenschaft und Praxis.
Um 1990 entwickelte Deaton eine Theorie darüber, inwieweit der einzelne Konsument sein Komsumverhalten an sein Einkommen anpasst. Mit dieser Analyse konnte er Datenmuster bereitstellen, um makroökonomische Wirtschaftszyklen besser zu verstehen.
In seinen jüngsten Forschungen analysiert Deaton die Zusammenhänge zwischen Wohlfahrt bzw. Sozialstaat und Armut. Dabei konnte er zeigen, dass eine genaue Messung der individuelle Haushaltseinkommen bei der Unterscheidung der verschiedenen Mechanismen der wirtschaftlichen Entwicklung hilft. Seine Forschunhgsergebnisse deckten die Unzulänglichkeiten beim Vergleich des Ausmaßes von Armut über Zeiten und Orte auf. Die Nutzung von genauen Haushaltsdaten kann auch ein Licht auf andere Felder werfen, wie dem Zusammenhang zwischen individuellem Einkommen und Kalorienaufnahme oder geschlechtsbedingter Diskrimierung innerhalb von Familien.

Casanova und Leipzig

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 8 Mio. Schwedische Kronen (ca. 850.000 EUR).

Man vergleiche mit dem Wirtschaftsnobelpreise 2014

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2015/ (Pressemitteilung der Nobelstiftung)

Website von Angus Deaton in Princeton

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