Archiv für das Tag 'arabischer Frühling'

Der Friedensnobelpreis 2015

Der Friedensnobelpreis 2015 geht an das Quartett für einen nationalen Dialog in der Politik Tunesiens für seinen entscheidenden Beitrag zum Aufbau einer pluralistischen Demokratie in Tunesien nach der Jasmin-Revolution im Jahr 2011.

Das tunesische Quartett für einen nationalen Dialog ist eine Art „Runder Tisch“ der wichtigsten gesellschaftlichen Zivilorganisationen in Tunesien, das nach der Jasmin-Revolution 2010/11 im Jahr 2013 in eine politische Krise geriet. Die Jasmin-Revolution begann im Dezember 2010 aufgrund sozialer Spannungen mit einer extrem hohen Arbeitslosigkeit. Sie führte schließlich zum Sturz des alleinherrschenden Präsidenten Ben Ali und war Ausgangspunkt des „Arabischen Frühlings“, der u.a. auch in Ägypten zum Umsturz führte. 2013 kam die gerade keimende Demokratie in Tunesien in eine Krise, die sich insbesondere in bedrohlichen Spannungen zwischen islamistischen und säkularen Parteien ausdrückte.

Wappen der Tunesischen Republik

Wappen der Tunesischen Republik

Das Quartett für einen nationalen Dialog setzt sich aus vier Organistionen der tunesischen Zivilgesellschaft zusammen: die Tunesische Gewerkschaft, der Tunesische Arbeitgeber- und Handelsverband, die Tunesische Liga für Menschenrechte und die Tunesische Anwaltskammer. Die Ehrung mit dem Friedensnobelpreis 2015 soll ihre friedliche und erfolgreiche Dialogarbeit zum Aufbau einer pluralistischen Demokratie in Tunesien würdigen. Zugleich soll damit über Tunesien hinaus der ganzen Welt gezeigt werden, dass ein konsensorientierter, friedlicher Dialog zwischen islamistischen und säkularen Kräften möglich ist.

[Kommentar der Redaktion: Dies ist einer der schönsten und politisch anregendsten Friedensnobelpreise der letzten Jahre, dies gilt insbesondere nach den geradezu törichten Ehrungen von Obama oder der EU mit dem Friedensnobelpreis]

Casanova und Leipzig

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2015/(Seite der Nobelstiftung)

Oslo, 7. Oktober 2011, 11:00 Uhr:
Der Friedensnobelpreis 2011 geht nach Liberia und Jemen. Ausgezeichnet werden Ellen Johnson-Sirleaf (*1938, Monrovia) Staatspräsidentin von Liberia, Leymah Gbowee (*1972, Monrovia) Bürgerrechtlerin in Liberia und die jemenitische Journalistin Tawakkul Karman (*1979, Taizz, damals in Nordjemen).

Ellen Johnson-Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman werden für ihren gewaltfreien Einsatz für die Sicherheit von Frauen, für die allgemeinen Rechte der Frauen als Voraussetzung für den Frieden geehrt.

Leymah Gbowee (Quelle unbekannt, vermutlich TV-Auftritt)

Leymah Gbowee (Quelle: vermutlich TV-Auftritt)

Ellen Johnson-Sirleaf, Präsidentin Liberias (Bild: Antonio Cruz)

Ellen Johnson-Sirleaf, Präsidentin Liberias (Bild: Antonio Cruz)

Bürgerrechtlerin Tawakkul Karman aus Jemen (bei Interview, Quelle: positivenewsus.org) )
Bürgerrechtlerin Tawakkul Karman in Jemen (Quelle: positivenewsus.org)

Tawakkul Karman, Abgeordnete der Partei Islah, engagiert sich bereits seit mehreren Jahren in Jemen politisch gegen den autoritären Präsidenten Ali Abdullah Salih. Karman widmet ihren Preis den vielen Heldinnen und Helden des arabischen Frühlings.

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2011/ (Seite der Nobelstiftung)

Artikel bei der Times über Tawakkul Karman