Stockholm, 26. September 2013
Dieses Jahr wurden vier Persönlichkeiten mit dem Alternativen Nobelpreis 2013 – dem Right Livelihood Award – ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt insgesamt ca. 230.000 € und wurde gleichmäßig geteilt. Die Preisträger sind 2013:
PAUL WALKER (USA), er erhält den Alternativen Nobelpreis „für seinen unermüdlichen Einsatz, um die Welt von chemischen Waffen zu befreien„.
Dr. Paul Walker (*1946, USA) war während des Vietnam-Krieges in der US-Armee zuständig für die Beobachtung der Aktivitäten russischer Geheimdienste. Er hat die Armee 1971 verlassen, ging anschließend wieder an die Universität und promovierte 1978 am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Politikwissenschaften. Auch aus der Kriegserfahrung in Vietnam sieht Walker für sich die Verpflichtung im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Seit den 1990iger Jahren arbeitet Walker für die Kontrolle und Reduktion von Beständen an Chemiewaffen in verschiedenen Ländern. In seinem Einsatz für die Vernichtung und für ein Verbot von Chemiewaffen schaffte es Walker immer wieder Regierungen, Nichtregierungs-Organisationen (NGO’s), Think Tanks und Bürgerrechtsgruppen an einen Tisch zu bekommen. Sein unermüdlicher Einsatz führte inzwischen schon zur „freiwilligen“ Vernichtung vieler Tausend Tonnen an Chemiewaffen. Walker wurde bereits vielfach für sein Engagement gegen Chemiewaffen ausgezeichnet.
RAJI SOURANI (Palästina). Sourani wurde „für sein beharrliches Engagement für Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit unter extrem schwierigen Bedingungen“ ausgezeichnet.
Raji Sourani (*1953 in Gaza) studierte an Universitäten in Beirut und Alexandria Rechtswissenschaften. Nach dem Studium gründete er eine eigene Kanzlei und spezialisierte sich auf Menschrechte. In zahlreichen Prozessen hat Sourani sich für die Rechte von Palästinensern vor israelischen Militärgrerichten eingesetzt und von allen Seiten hohe Anerkennung erfahren. Zwischenzeitlich wurde er in Palestina aus politischen Gründen inhaftiert. Sourani gründete das Palästinensische Zentrum für Menschrechte (PCHR) und unterstützt heute u.a. syrische Anwälte und Aktivisten bei der Beobachtung von Menschenrechtsverletzungen. Der Menschenrechtsaktivist Sourani erfuhr bereits zahlreiche internationale Ehrungen.
DENIS MUKWEGE (Dem. Republik Kongo). Denis Mukwege wird „für seine langjährige Arbeit, Frauen, die sexuelle Kriegsgewalt überlebt haben, zu heilen, und für seinen Mut, die Ursachen und Verantwortlichen zu benennen“ ausgezeichnet.

Dr. Denis Mukwege
Dr. Denis Mukwege (*1955 im Gebiet des heutigen Kongo) begann in Burundi mit dem Medizinstudium, das er in Frankreich als Gynäkologe abschloss. Er gründete das berühmte Panzi-Hospital. Im kongolesischen Bürgerkrieg wurde Mukwege Zeuge brutalster Vergewaltigungen mit schwersten Körperverletzungen. Unter schwierigen Bedingungen kümmert sich Mukwege seitdem medizinisch um die Opfer kriegsbedingter sexueller Gewalt. Dabei benennt Mukwege auch die Verantwortlichen und überlebt einen auf ihn verübten Mordanschlag. Mukwege wurde bereits u.a. mit dem UN-Menschenrechtspreis (2008) und dem Olaf-Palme-Preis (2009) ausgezeichnet.
HANS R. HERREN und die STIFTUNG BIOVISION (Schweiz). Hans R. Herren und seine Stiftung Biovision werden mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, „weil er mit wissenschaftlicher Expertise und bahnbrechender praktischer Arbeit einer gesunden, sicheren und nachhaltigen globalen Nahrungsversorgung den Weg bahnt„.
Dr. Hans Rudolf Herren (*1947, Schweiz) studierte Insektenkunde (Entomologie) an der ETH Zürich und ging nach der Promotion an die kalifornische Universität in Berkeley. Herren setzt sich seitdem international für eine ökologisch nachhaltige, biologische Schädlingsbekämpfung im Kampf gegen Hunger und Armut ein. Berühmt wurde er im erfolgreichen Kampf gegen die Schmierläuse, die das afrikanische Grundnahrungsmittel Maniok bedrohten. Auch deswegen konnte eine große Hungersnot verhindert werden. 1998 gründet er die Stiftung Biovision. Hans Herren wurde zuvor bereits für sein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Engagement mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
Der Alternative Nobelpreis wird von der Stiftung Right Livelihood Foundation, die 1980 von Jakob von Uexküll gegründet wurde, vergeben. Hier steht der Artikel zum Alternativen Nobelpreis 2012.
Weitere Weblinks:
http://www.rightlivelihood.org/fileadmin/Files/PDF/Press_releases/2013/DE_pr_26September2013_01.pdf (offizielle Pressemitteilung Alternativen Nobelpreis 2013 der Right Livelihood Foundation)
http://www.rightlivelihood.org/the_founder.html – Informationen über den Gründer des Alternativen Nobelpreises Jakob von Uexküll