Archiv für das Tag 'flughunde'

Harvard, Boston (MA, USA), 30. September 2010
Auch diese Jahr wurden in Harvard wieder, d.h. schon zum 20. Mal, die durchaus spaßhaft zu verstehenden, sogenannten Ig-Nobelpreise* verliehen. Die Ig-Nobelpreise werden bevorzugt für solche, oft schrullige Forschungsarbeiten vergeben, die einen zum Lachen bringen und zum Nachdenken anregen. Die Verleihung dieser „Anti-Nobelpreise“ ist ein großer Spaß und wurde am 30. September abends zeremoniell im Sanders-Theater der Harvard Universität in Bosten (Massachusetts) abgehalten. Dabei sind es echte Nobelpreisträger, dieses Jahr u.a. der Physiknobelpreisträger von 2005, Roy Glaubers, die den Preis übergeben. Folgende 10 Forschungsarbeiten bzw. die dafür verantwortlichen Wissenschaftler werden dieses Jahr „Ig-geehrt“:

In Physik werden neuseeländische Wissenschaftler geehrt, die herausgefunden haben, dass man mit über die Schuhe gezogenen Socken weniger der Gefahr ausgesetzt ist, auf vereisten Wegen auszurutschen.
In Chemie
werden Forscher des BP-Konzerns geehrt, da sie im Freilandexperiment nun doch zeigen konnten, dass sich Wasser mit Öl mischt.
In Medizin
wird eine niederländische Expertengruppe geehrt, die bewies, dass Asthmakranke während einer Achterbahnfahrt weniger unter Asthma zu leiden haben.
Den Ig-Friedensnobelpreis
(und Ig-Medizinnobelpreis?) bekommen  britische Wissenschaftler für ihre Erkenntnis, dass Fluchen Schmerzen lindert.
Der Ig-Nobelpreis für Management geht an eine italienische Gruppe der Universität Catania auf Sizilien, die herausfand, dass es für Unternehmen besser ist, wenn Manager ihre Mitarbeiter nach dem Zufallsprinzip befördern.
In Wirtschaftswissenschaften werden die Investmentbanker von Lehmann Brothers und Goldman Sachs geehrt, wegen der von ihnen entwickelten sehr effizienten Methode, höchste Gewinne bei geringstem Risiko zu erzielen.
In Zoologie werden chinesische Wissenschaftler Ig-geehrt, die sich intensiv mit dem Triebleben von Flughunden beschäftigen und dabei herausgefunden haben, dass Flughunde besonders scharf auf orale Stimulierungen sind.
In Tiermedizin werden die britischen bzw. mexikanischen Forscherinnen Karina Aceveda-Whitehouse sowie Agnes Rocha-Gosselin und Diane Gendron geehrt, die atemwegserkrankte Wale untersuchen und dafür trickreich eine ferngesteuerte Heliktopter-Drohne zwecks Einsammlung von „Walrotze“ einsetzten (dazu Bild s.u. Weblinks).
Ein Wissenschaftler mit dem schönen Namen Barbito (vermutlich promoviert) bekommt den Preis für das Aufzeigen mikrobakterieller Gefahren aus Bärten von Wissenschaftlern.
Schließlich werden japanische Wissenschaftler aus dem Transport- und Verkehrswesen für ihre Erkenntnis Ig-geehrt, dass Schleimpilze Verkehrprobleme unserer Städte lösen können.

Video: Die Verleihung im Sanders-Theater auf youtube

Weblinks (mit Bildern):
http://bazonline.ch/wissen/natur/Scherzbolde-wider-Willen-/story/18910474 (Artikel in Basler Zeitung mit Bild der Helikopter-Drohne im Einsatz für die Gesundheit der Wale)
http://improbable.com/ (Seite der „Ig-Nobelstiftung“ Improbable Resaerch, zu deutsch: unwahrscheinliche Wissenschaft)

* Ig steht vermutlich für ignoble, zu deutsch: gemein, niedrig, schändlich, schmachvoll, unedel, unehrenhaft, unwürdig, von niedriger Geburt (übersetzt mit: leo.org)