Archiv für das Tag 'genetisch programmierter Zelltod'

Die Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie im Jahr 2002 sind Sydney Brenner, Bob Horvitz und John E. Sulston. Sie teilen sich den Nobelpreis für die Entdeckungen zur genetischen Regulierung der Organentwicklung und des programmierten Zellsterbens (Apoptose).

Der südafrikanisch-britische Molekuarbiologe Sydney Brenner (*1927 in Germiston, Südafrika), zuletzt für das private Institut „Janena Farm Resaerch Campus“ in Ashburn (Virginia, USA) tätig, ist ein bekannter Spezialist auf dem Gebiet der Organentwicklung, insbesondere für den Organismus des Fadenwurms.  Der amerikanische Biologe Howard Robert („Bob“) Horvitz (*1947 in Chicago, Illinois, USA), zuletzt Professor am Massachusetts Institut of Technoligy (MIT) in Cambridge (Massachusetts, USA), und sein Kollege, der  britische Biochemiker John Edward Sulston (*1942 in Cambridge, UK), zuletzt Wissenschaftler (bis 2000 auch Direktor) an der privaten Forschungseinrichtung „Wellcome Trust Sanger Institute“, studieren ebenfalls den Fadenwurm. Horvitz ist dabei insbesondere auf das genetisch programmierte Zellsterben, die Apoptose, spezialisiert. Sulston arbeitet zeitweise auch mit Martin Chalfie zusammen, dem späteren Nobelpreisträger für Chemie 2008.

Hintergrund:
Die Apoptose ist der körpereigene, physiologisch vorgesehene Prozess des genetisch programmierten Zellstods, der mit dem Schrumpfen der Zelle beginnt. Hierbei wird die DNA der Zelle abgebaut. Die Apoptose gehört zum natürlichen Stoffwechsel. So ist der programmierte Zelltod Teil der Organentwicklung, wenn bestimmte Zellen nur vorübergehend gebildet werden (z.B. „Schwimmhäute“ während der embryonalen Entwicklung beim Menschen) und später wieder abgebaut werden, oder wenn Zellen erneuert werden, etwa bei der Bildung neuer Haut. Dazu spielt die Apoptose im Immunsystem eine sehr wichtige Rolle bei der Entsorgung infizierter oder beschädigter Zellen. Die Apoptose kann auch von außen her aktiviert werden, beispielsweise durch Mangelernährung oder durch Einwirkung von Chemikalien.

Weblinks (mit Bildern):

http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2002/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2002/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)