Archiv für das Tag 'Julius Axelrod'

Die Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie im Jahr 1970 sind Sir Bernard Katz, Ulf von Euler-Chelpin und Julius Axelrod. Sie teilen sich den Nobelpreis für ihre Entdeckungen zu den Signalsubstanzen (Neurotransmitter) in den Nerven sowie zu den Mechanismen für ihre Lagerung, Ausschüttung und Inaktivierung.

Der vielfach ausgezeichnete und in England zum Ritter geschlagene Sir Bernard Katz (*1911 in Leipzig, †2003 in London) entstammt einer russisch-jüdischen Familie, die 1904 in die Stadt Leipzig umsiedelte. Sein Vater war Pelzhändler und Leipzig damals ein internationales Zentrum des Pelzhandels. Hier wuchs Bernard Katz – zunächst noch russicher Staatsbürger und nach der Revolution von 1917 staatenlos – auf, besuchte das Gymnasium und studierte von 1929-1934 an der Universität Leipzig Medizin, wo er u.a. Vorlesungen in Physik bei Peter Debye, dem Chemie-Nobelpreisträger von 1936, hörte.  Noch in Leipzig wurde Katz für seine neurophysiologischen Forschungen 1934 mit dem Siegfried-Garten-Preis ausgezeichnet. Katz emigriert 1935 nach England und kann seine Forschungen in der Gruppe des Muskelspezialisten und Nobelpreisträgers von 1922, Archibald Vivian Hill, an der Universität London fortsetzen. Seit 1952 forschte Katz als Professor für Biophysik an der Universität London. Katz‘ Arbeiten, insbesondere seine quantentheoretischen Betrachtungen zu Aktionspotenzialen in Muskelzellen, stellen Pionierleistungen zur Aufklärung der Mechnismen der Signalübertragung über Neurotransmitter in Nervenzellen dar. Der schwedische Physiologe Ulf von Euler-Chelpin (*1905 in Stockholm, †1983 in Stockholm), Sohn des Chemie-Nobelpreisträgers von 1929, Hans von Euler-Chelpin, studierte Medizin am Karolinska Institut bei Stockholm und stößt ebenfalls in die Gruppe um A.V. Hill an der Universität in London. Von Euler entdeckte und erforschte die Eigenschaft des im Nebennierenmark gebildeten Hormons Noradrenalin als Neurotransmitter. Der amerikanische Pharmakologe Julius Axelrod (*1912 in New York City, †2004 in Rockville, Maryland, USA),arbeitete zunächst viele Jahre in der Industrie (Bereich Hygiene) bevor er mit 43 Jahren an der George-Washington-Universität (Washington D.C.) in Chemie (Pharmakologie) promovierte. Axelrods pharmakologische Forschungen liegen auf dem Gebiet der Neuropsychopharmaka, u.a. untersuchte er die stimulierende Wirkung von Amphetaminen und Ephedrin, er ist auch einer der Mitentdecker des Wirkstoffs Paracetamol. Axelrod erforschte auch den Transport und Stoffwechsel von Neurotransmittern mit radioaktiv markiertem Noradrenalin und Adrenalin.

Hormon und Neurotransmitter Adrenalin

Hormon und Neurotransmitter Adrenalin

Hormon und Neurotransmitter Noradrenalin

Hormon und Neurotransmitter Noradrenalin

Julius Axelrod

Julius Axelrod

Bernard Katz im Labor an der Universität London

Bernard Katz im Labor an der Universität London

Denkmal für Bernard Katz in Leipzig

Denkmal für Bernard Katz in Leipzig

Teil der Inschrift Denkmal für B. Katz in Leipzig

Teil der Inschrift Denkmal für B. Katz in Leipzig

Hintergrund: Signalübertragung in Synapsen, siehe dazu Nobelpreis für Medizin 2000

Weblinks (mit Bildern):

http://www.artikelmacher.de/allgemein/sir-bernard-katz-aus-leipzig-zum-100-geburtstag/ (Sonderartikel: Bernard Katz in Leipzig)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1970/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1970/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)