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Mit dem Friedensnobelpreis 2010 wird Liu Xiaobo “für seinen langen und gewaltfreien Kampf für die Menschenrechte in China” ausgezeichnet.

Der chinesische Schriftsteller und Bürgerrechtler Liu Xiaobo (*1955 in Changchun, China) wird im Dezember 2009 wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte in China zu 11 Jahren Haft verurteilt. Bei der Bekanntgabe seiner Ehrung mit dem Friedensnobelpreis sitzt Xiaobo im Gefängnis von Jinzhou (Quelle: SPON), einem Ort im Nordosten Chinas, in der Provinz Liaoning.
Xiaobo arbeitet nach dem Studium der Literaturwissenschaften als Dozent in Peking. Er beteiligt sich im Juni 1989 auf Seiten der Studenten an den Studentenprotesten auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ (Tian’anmen-Platz) in Peking. Dieser Protest für mehr Demokratie wird von den chinesischen Machthabern mit Panzern und unter Ermordung zahlreicher Menschen brutal niedergeschlagen (Tian’anmen-Massaker). Dennoch setzt sich Xiaobo unermüdlich schriftstellerisch und politisch für die Demokratiebewegung in China ein, wird deswegen in den 1990iger Jahren verhaftet und in einem sogenannten Umerziehungslager festgehalten. Nach seiner Freilassung vertritt Xiaobo als Präsident des chinesischen PEN-Clubs die unabhängigen Autoren Chinas, dabei wird er permanent von der chinesischen Regierung unter Druck gesetzt. Ende 2009 greift die Staatsmacht wieder zum Mittel der Verhaftung. Xiaobo wird bereits seit einiger Zeit als Kandidat auf den Friedensnobelpreis „gehandelt“, und in der Presse wurde verschiedentlich berichtet, dass die chinesische Regierung versucht, gegen eine solche Entscheidung Einfluss auszuüben.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2010/ (Seite der Nobelstiftung)
http://www.perlentaucher.de/artikel/5995.html (Herta Müller setzt sich in einem Brief für Xiaobo ein, bei perlentaucher)
http://www.charter08.eu/ (Seite der Charta 08, die auch von Xiaobo initiierte Menschrechtsbewegung in China)
http://de.wikipedia.org/wiki/Liu_Xiaobo (Portrait bei Wikipedia)