Archiv für das Tag 'Nobelpreis für Chemie'

Stockholm, 5. Oktober 2011, 11:45 Uhr:
Der Chemie-Nobelpreis 2011 geht an den israelischen Physiker Daniel Shechtman (*1941, Tel Aviv) für die Entdeckung der Quasikristalle. Dan Shechtman arbeitet derzeit am Israel Institute of Technology in Haifa.

Modell eines Quasiekristalls einer Silber-Aluminium-Verbindung

Geometrie eines Quasikristalls einer Silber-Aluminium-Legierung, gut erkennbar die fünfzählige Symmetrie gemäß Penrose-Muster

Shechtman entdeckte die Quasikristalle 1982 bei Experimenten mit Aluminiumlegierungen an der Johns Hopkins University (Baltimore, USA) und erregte damit großes Aufsehen, weil die in Quasikristallen gefundenen fünfzähligen Symmetrien bei Kristallen nicht für möglich gehalten wurden. Kristalle sind für gewöhnlich periodisch aufgebaut und erfüllen die Translationssymmetrie, d.h. ihre kleinsten Einheiten, die Elementarzellen, wiederholen sich in allen drei Raumrichtungen, wobei der Raum vollständig aufgefüllt wird. Kristalle können dabei ein-, zwei-, drei-, vier- und sechszählige Symmetrien aufweisen, nicht aber fünfzählige Symmetrien.

Quasikristalle erfüllen dagegen die Translationssymmetrie nicht, wohl aber ein periodisches Anordnungsmuster. Ihre Struktureinheiten zeigen eine fünfzählige Symmetrie gemäß dem Penrose-Muster (entdeckt 1973 von Robert Penrose), das als nicht-translationssymmetrische Geometrie dennoch Flächen vollständig auszufüllen vermag. Interessanterweise findet man solche fünfzähligen und flächenfüllenden Strukturmuster auch bei alten islamisch-persischen Kacheldekorationen.

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2011/ (Seite der Nobelstiftung)

Die Arbeitsgruppe von Dan Shechtman

Nobelpreisträger Chemie

Jahr
Nobelpreisträger (Lebensdaten) Land
Gewürdigte Arbeiten

2016

Jean-Pierre Sauvage (*1944), Frankreich
Sir J. Frazer Stoddart (*1942), UK
Bernard L. Feringa (*1951), NL
für das Design und ihre Synthesen molekularer Maschinen

2015

Tomas Lindahl (*1938) Schweden
Paul Modrich
(*1946) USA
Aziz Sancar (*1946) Türkei
für ihre Erforschung der DNA-Reparaturmechanismen

2014
Stefan W. Hell (*1962 in Arad, Rumänien) D
Eric Betzik (*1960, Ann Abor, Mi, USA) USA
William E. Moerner (*1953, Pleasanton, Ca, USA) USA
für ihre Entwicklung der ultrahochauflösenden Fluoreszenz-Mikroskopie

2013
Martin Karplus (*1930, Wien, Öst.)
Michael Levitt (*1940, Pretoria, Südafrika)
Arieh Warshel (*1940, in einem Kibbutz in Israel)
für die Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme, ein Gebiet in der theoretischen Chemie mit dem Verfahren der Computersimulation zum Verständnis über das dynamische Verhalten von Molekülen.

2012
Robert J. Lefkowitz (*1943, New York City, NY, USA)
Brian K. Kobilka (*1955, Little Falls, MN, USA)
für ihre Forschungen zu der Rezeptorgruppe der G-Protein gekoppelten Rezeptoren

2011
Daniel Shechtman (*1941) Israel
für die Entdeckung der Quasikristalle

2010
Richard F. Heck (* 1931) USA
Ei-ichi Negishi (* 1935) Japan
Akira Suzuki (* 1930) Japan

für die von ihnen gefundenen Palladium-katalysierten, metallorganischen Kupplungsreaktionen

2009
Venkatraman Ramakrishnan (* 1952) Indien/GB
Thomas A. Steitz (* 1940) USA
Ada Yonath (* 1939) Israel

für ihre Erforschung von Struktur und Funktion des Ribosoms

2008
Osamu Shimomura (* 1928) Japan/USA
Martin Chalfie (* 1947) USA
Roger Tsien (* 1952) USA

Entdeckung und Erforschung des grün fluoreszierenden Proteins (GFP)

2007
Gerhard Ertl (* 1936) D

Grundlegende Studien zur Chemie an Oberflächen

2006
Roger D. Kornberg (* 1947) USA

Molekularbiologische Arbeiten über die Grundlagen der Gentranskription in eukaryotischen Zellen

2005
Yves Chauvin (* 1930) F
Robert Grubbs (* 1942) USA
Richard R. Schrock (* 1945) USA

Entwicklung der Methode der Metathese für die organische Synthese

2004
Aaron Ciechanover (* 1947) Israel
Avram Hershko (* 1937) Israel
Irwin Rose (* 1926) USA

Entdeckung des Ubiquitin-gesteuerten Proteinabbaus

2003
Peter Agre (* 1949) USA;
//Roderick MacKinnon (* 1956) USA

Entdeckung von Wasserkanälen in Zellmembranen;
// Studien zu Transportmechanismus in und Struktur von Ionenkanälen in Zellmembranen

2002
John B. Fenn (* 1917)
Kōichi Tanaka (* 1959) Japan;//
Kurt Wüthrich (* 1938) Schweiz

Entwicklung weicher Desorptions- und Ionisationsmethoden in der Massenspektrometrie biologischer Makromoleküle;
//Weiterentwickliung der NMR-Spektroskopie zur Strukturaufklärung von Makromolekülen;

2001
William S. Knowles (* 1917) USA
Ryoji Noyori (* 1938) Japan;
//Barry Sharpless (* 1941) USA

Entwicklung chiral wirksamer Katalysatoren für Hydrierungsreaktionen;
// Entwicklung chiraler Katalysatoren für Oxidationsreaktionen „Sharpless-Epoxidierung“

2000
Alan J. Heeger (* 1936) USA
Alan MacDiarmid (1927-2007) Neuseeland/USA
Hideki Shirakawa (* 1936) Japan

Entwicklung leitfähiger Polymere

1901
Jacobus Henricus van ‚t Hoff (1852-1911) NL

Chem. Dynamik, osmotischer Druck in Lösungen

1902
Emil H. Fischer (1852-1919) D

Synthesen: Zucker, Purine

1903
Svante A. Arrhenius (1859-1919), Schweden

Theorie zur elektrolytischen Dissoziation Den ganzen Beitrag lesen »