Den Nobelpreis für Physiologie und Medizin 2009 teilen sich Elizabeth Blackburn, Carol W. Greider und Jack Szostak für ihre Entdeckung wie Chromosome durch Telomere und das Enzym Telomerase geschützt werden.
Die australisch-amerikanische Molekularbiologin Elizabeth Helen Blackburn (*1948 in Hobart, Tasmanien, Australien), vielfach ausgezeichnete Forscherin auf dem Gebiet der Telemerase und Professorin an der Universität Berkeley (Kalifornien) sowie ihre ehemalige Doktorandin, die amerikanische Molekularbiologin Carol W. Greider (*1961 in San Diego, Kalif., USA), heute Professorin an der John Hopkins Universität in Baltimore (Maryland), entdecken 1984 in Wimpertierchen (Einzeller der Gattung Tetrahymena) das Enzym Telomerase, das beim Aufbau der Endstücke in Chromosomen, den Telomeren, entscheidend beteiligt ist. Blackburn berichtet bereits 1980 von ihrer Beobachtung, dass sich an Chromosmenenden bestimmte Nukleotidsequenzen häufig wiederholen. Der englisch-amerikanische Molekularbiologe Jack William Szostak (*1952 in London, GB) entdeckt u.a. den unerwartet schnellen Abbau bestimmter linearer DNA, die als Minichromosomen betrachtet werden können, beim Einbau in Hefezellen. Seit den 1980iger Jahren verfolgen er und Elisabeth Blackburn gemeinsame Projekte auf dem Gebiet der Telomere. Szostak ist heute Professor an der Universität Harvard in Cambridge (Massachusetts).
Hintergrund: Telomere sind DNA-Sequenzen an Chromosomenenden, die sich durch tausendfache Wiederholung charakteristischer Nukleotidsequenzen auszeichnen. Telomere spielen eine entscheidende Rolle bei der Zellteilung und für den Zelltod. Bei jeder Zellteilung gehen am Ende Nukleotidsequenzen verloren, bis ab Unterschreitung einer bestimmten Mindestlänge der Zelltod eintritt.
Die Telomerase ist ein Enzym, chemisch gesehen ein bestimmter RNA-Protein-Komplex, das den Wiederaufbau abgebauter Nukleotidbasen in Telomeren katalysiert. Die Telomerase kommt daher nur in Zellen vor, in denen kein Zelltod genetisch programmiert ist, solche Zellen sind beispielsweise (embryonale) Stammzellen, bestimmte Immunzellen sowie Krebszellen.
Telomere und Telomerase sind ein aufregendes Gebiet der Molekularbiologie. Sie spielen einerseits eine große Rolle bei der Entstehung und Bekämpfung von Krebs, andererseits wird ihr Zusammenspiel für die gewünschte Erneuerung von Gewebe und mit Blick auf eine mögliche Lebensverlängerung weltweit intensiv erforscht und diskutiert.
Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2009/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2009/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)