Archiv für das Tag 'Nobelpreiswoche'

Stockholm, 14. Oktober 2013

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften* wurde bekanntgegeben, der letzte Preis in der Nobelpreiswoche 2013.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2013 geht an die drei US-Wirtschaftswissenschaftler Eugene F. Fama (*1939, Boston), Lars Peter Hansen (*1952, Urbana, Ill.) und Robert J. Shiller (*1946, Detroit) für ihre empirische Analyse der Preisentwicklung von Wertpapieren.

Der diesjährige Nobelpreis gilt der Beobachtung und Analyse der Preisbildung (auch Zinsentwicklung, Volatilität) an Finanzmärkten, also von Aktien, Immobilien und anderen Anlagen, die an Börsen gehandelt werden.

Die Arbeiten der drei Nobelpreisträger wurden zuvor bereits mehrfach mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Insbesondere Robert Shiller ist mit seinen Warnungen vor bedrohlichen Blasen in der Aktien- und Immobilienpreisentwicklung auch in der Öffentlichkeit bekannt geworden, so warnte er z.B. vor der New-Economy-Blase (2000) und auch vor der Immobilienblase in den USA, die zur – derzeit noch bestehenden – Finanzkrise 2008 führte. Seine Forschungsergebnisse eignen sich auch zum besseren Verständnis der Volatilität von Aktien.

Die von den ausgezeichneten Wirtschaftswissenschaftlern entwickelten Modelle zur Analyse der Preisentwicklung von Anlagen sind beispielsweise die in der Fachwelt bekannten Modelle Capital Asset Prizing Model oder auch Fama-French-Dreifaktorenmodell. Fondsmanager nutzten Faktoren aus diesen empirischen Modellen zur Vorhersage der Entwicklung der von ihnen verwalteten Aktien an der Börse.

*Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 vergeben und ist eigentlich der Preis der Schwedischen Reichsbank auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel. Dieser Preis wurde zum 300-jährigen Bestehen der Schwedischen Reichsbank von ihr 1968 gestiftet (und 1969 erstmals vergeben).

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Das Preisgeld beträgt dieses Jahr ca. 930.000 EUR.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2013/ (Seite der Nobelstiftung)

http://larspeterhansen.org/ (Seite von Hansen an der Universität Chicago)

http://www.econ.yale.edu/~shiller/ (Seite von Shiller an der Universität Yale)

http://www.chicagobooth.edu/faculty/directory/f/eugene-f-fama (Seite von Fama an der Chicago Booth Scholl of Buisiness)

Die Nobelpreis-Woche hat begonnen…
Montag, den 4. Oktober 2010 wurde in Stockholm um 11:30 Uhr der Nobelpreis für Medizin und Physiologie vergeben, ausgezeichnet wird der britische Physiologe und Reproduktionsmediziner Robert Edwards (*1925) für die Entwicklung der in-vitro-Fertilisation.

Stockholm, 4. Oktober 2010, 11:30 Uhr:
Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie 2010  geht an:
Robert G. Edwards

für die Entwicklung der In-vitro-Fertilisation.

Der britische Physiologe Robert Geoffrey Edwards (*1925 in Manchester, GB) ist der Pionier der Reproduktionsmedizin und entwickelte die in-vitro-Fertilisation, d.h. die Methode der künstlichen Befruchtung. Der Medizin-Nobelpreis 2010 geht damit an den Urvater des Retortenbabies. Nach seinem Studium der Agrarwissenschaften an der Universität in Glasgow lehrt Edwards Physiologie an der altehrwürdigen Universität in Cambridge (England).
Seit den späten 1950iger Jahren erforscht Edwards die Erzeugung von Embryos im Reagenzglas, die in-vitro-Fertilisation. Wenige Tage nach einer künstlichen Befruchtung wird zum Erreichen einer so gewünschten Fortpflanzung die befruchtete Eizelle wieder in die Gebärmutter der Frau überführt. 1978 kommt auf diese Weise das erste „Retortenbaby“ auf die Welt. Die Methode der in-vitro-Fertilisation ist inzwischen nicht mehr ungewöhnlich und hat vielen Paaren einen lange unerfüllt gebliebenen Kinderwunsch doch noch erfüllen können. Edwards gründet 1980 mit seinem Kollegen Patrick Steptoe eine Privatklinik für künstliche Befruchtung.

Spermium trifft Eizelle, elektronenmikroskopische Aufnahme

Spermium trifft Eizelle, elektronenmikroskopische Aufnahme

Hintergrund: Die Befruchtung zur Fortpflanzung geschieht auf natürlichem Wege, d.h. in-vivo, wenn in Folge des Geschlechtsverkehrs fruchtbare Spermien auf fruchtbare Eizellen treffen, so dass eine Befruchtung und die Entwicklung eines Embryos stattfinden kann.

In-vitro bedeutet im Reagenzglas, so dass bei der in-vitro-Fertilisation, also der künstlichen Befruchtung, die Befruchtung (Fertilisation) im Reagenzglas, d.h. außerhalb des Körpers vorgenommen wird. Dabei kann man den Befruchtungsvorgang zwischen Spermien und Eizellen im Reagenzglas spontan verlaufen lassen und nach 2-5 Tagen den entstandenen, mehrzelligen embryonalen Keim (Blastozyste) in die Gebärmutter zur Entwicklung einer Schwangerschaft einsetzen. Alternativ kann unter dem Mikroskop ein (gut entwickeltes) Spermium ausgewählt und in eine ebenfalls ausgewählte Eizelle injiziert werden. Künstlich befruchtete Eizellen können (auch noch im Mehrzellstadium) unter flüssigem Stickstoff bei -196°C praktisch unbegrenzt aufbewahrt werden.

Weblink: (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2010/ (Seite der Nobelstiftung)