Der Nobelpreis für Chemie 2006 ging an den Biochemiker Roger D. Kornberg für die Erforschung der molekularen Grundlagen der genetischen Tanskrition.
Über den Chemienobelpreisträger und die gewürdigten Arbeiten:
Preisträger ist der amerikanische Biochemiker Roger D. Kornberg (*1947, St. Louis, USA), der an den amerikanischen Universitäten Harvard, Stanford und Cambridge studierte und als Professor für Strukturbiologie in Stanford lehrt. Kornberg erforscht die molekularen Grundlagen der genetischen Transkription in eukaryotischen Zellen (Zellen mit Zellkern und Chromosomen).
Der Fachbegriff Transkription steht für die molekulargenetische „Abschrift“ der genetischen Information auf der DNA (Desoxyribonukleinsäure) durch Ausbildung von RNA (Ribonukleinsäure) mit komplentärem gentischen Code. Für die Ausbildung der RNA spielt das von Kornberg strukturbiologisch erforschte Enzym RNA-Polymerase eine entscheidende Rolle als Katalysator. Transkription und Translation (Umwandlung des genetischen Codes auf der Boten-RNA in Aminosäurenketten) sind fundamentale Prozesse der Genexpression (und Voraussetzung der Proteinbiosynthese, vgl. auch Chemienobelpreis 2009).

Roder D. Kornberg (Bild von Dr. Saptarshi)
Weblinks (mit Bildern):
http://kornberg.stanford.edu/ (Seite der Arbeitsgruppe Kornbergs in Stanford)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2006/ (Seite der Nobelstiftung über Roger D. Kornberg)
Den Chemienobelpreis 2009 erhielten die Forscher Venkatraman Ramakrishnan, Thomas A. Steitz und Ada Yonath für die Strukturaufklärung eines Ribosoms aus Bakterienzellen in atomarer Auflösung mittels sehr aufwändiger Röntgenstrukturanalysen sowie für Untersuchungen zur Funktion von Ribosomen.
Über die Chemienobelpreisträger und die gewürdigten Arbeiten:
Der am englischen Medical Research Council in Cambridge forschende indisch-amerikanische Strukturbiologe Venkatraman Ramakrishnan (*1952 in Chidambaran, Indien), der an der Yale-University tätige amerikanische Chemiker Thomas A. Steitz (*1940 in Milwaukee, USA) sowie die zuletzt am DESY in Hamburg forschende israelische Spezialistin für Kristallisationstechniken Ada Yonath (*1939 in Jerusalem, Israel) erhielten den Chemienobelpreis 2009 zu gleichen Teilen für ihre Forschungsergebnisse zur Struktur und Funktion von Ribosomen.

Ausschnitt zeigt schematisch strukturellen Aufbau eines Ribosoms
Ribosomen sind ausgesprochen komplexe, makromolekulare Gebilde, die biochemisch gesehen etwa zu einem Drittel aus Proteinen und zu etwa zwei Dritteln aus RNA, den Ribonukleinsäuren, bestehen. Ribosomen befinden sich an verschiedenen Orten in den Zellen und spielen eine für das Leben zentrale Rolle, weil sich an ihnen der fundamentale Prozess der Proteinbiosynthese abspielt. Dabei wird die von der DNA (Desoxyribonukleinsäuren) auf die Boten-RNA (mRNA) kopierte genetische Information in den Aufbau von Aminosäurenketten, der Basis aller Proteine, übersetzt (Fachbegriff: Translation).
Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2009/ (Information der Nobelstiftung zum Chemienobelpreis 2009)