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Die Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie im Jahr 2006 sind Andrew Z. Fire und Craig Mello. Sie teilen sich den Nobelpreis für die Entdeckung der sogenannten RNA-Interferenz, ein Mechanismus zur (vorübergehenden) Deaktivierung von Genen.

Der amerikanische Mathematiker und Molekularbiologe Andrew Zachary Fire (*1959 in Palo Alto, Kalif., USA), Professor an der Universität Stannford (Kalifornien), und der an der Universität Harvard (Massachusetts) promovierte Biochemiker Craig Cameron Mello (*1960 in New Haven, Conn., USA), Professor an der Universität Massachusetts, entdecken Ende der 1990iger Jahre gemeinsam den Mechanismus der RNA-Interferenz, zur Deaktivierung von Genen in eukaryontischen Zellen.

Hintergrund:
RNA-Interferenz ist ein natürlich exisitierender Mechanismus, der die Übersetzung (Translation) der genetischen Information auf der mRNA (messenger-RNA) in Proteine verhindert. Zuvor wird die genetische Information der DNA gelesen und auf mRNA übertragen (transkribiert). Die Translation findet im Rahmen der Proteinbiosynthese in den Ribosomen statt, wobei die mRNA an das Ribosom gebunden wird (vgl. Nobelpreis für Chemie 2009). Bei der von Fire und Mello bewusst eingesetzten RNA-Interferenz wird die einzelsträngige mRNA durch teilweise Doppelstrangbildung mit anderen RNA-Fragmenten für die Translation zur Proteinbildung blockiert bzw. „stumm geschaltet“ (engl.: RNA-silencing). Im Gegensatz zur Abschaltung von Genen (vgl. Nobelpreis für Medizin 2007) kann die RNA-Interferenz zu einer zeitlich vorübergenden Deaktivierung einer bestimmten Gen-Aktivität genutzt werden, möglicherweise zukünftig denkbar z.B. im Rahmen einer therapeutischen Maßnahme (Gentherapie).

Weblinks (mit Bildern):

http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2006/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2006/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)

Der Nobelpreis für Chemie 2006 ging an den Biochemiker Roger D. Kornberg für die Erforschung der molekularen Grundlagen der genetischen Tanskrition.

Über den Chemienobelpreisträger und die gewürdigten Arbeiten:
Preisträger ist der amerikanische Biochemiker Roger D. Kornberg (*1947, St. Louis, USA), der an den amerikanischen Universitäten Harvard, Stanford und Cambridge studierte und als Professor für Strukturbiologie in Stanford lehrt. Kornberg erforscht die molekularen Grundlagen der genetischen Transkription in eukaryotischen Zellen (Zellen mit Zellkern und Chromosomen).
Der Fachbegriff Transkription steht für die molekulargenetische „Abschrift“ der genetischen Information auf der DNA (Desoxyribonukleinsäure) durch Ausbildung von RNA (Ribonukleinsäure) mit komplentärem gentischen Code. Für die Ausbildung der RNA spielt das von Kornberg strukturbiologisch erforschte Enzym RNA-Polymerase eine entscheidende Rolle als Katalysator. Transkription und Translation (Umwandlung des genetischen Codes auf der Boten-RNA in Aminosäurenketten) sind fundamentale Prozesse der Genexpression (und Voraussetzung der Proteinbiosynthese, vgl. auch Chemienobelpreis 2009).

Roder D. Kornberg (Bild von Dr.Saptarshi)

Roder D. Kornberg (Bild von Dr. Saptarshi)

Weblinks (mit Bildern):
http://kornberg.stanford.edu/ (Seite der Arbeitsgruppe Kornbergs in Stanford)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2006/ (Seite der Nobelstiftung über Roger D. Kornberg)