Den Nobelpreis für Physik 2002 erhielten zur einen Hälfte Raymond Davis Jr. und Masatoshi Koshiba für ihre bahnbrechende Arbeiten in der Astrophysik, insbesondere für den Nachweis kosmischer Neutrinos. Die andere Häfte des Preises ging an Riccardo Giacconi, ebenfalls für bahnbrechende Arbeiten in der Astrophysik, dabei insbesondere für die Entdeckung kosmischer Röntgenstrahlungsquellen.
Der amerikanische Chemiker Raymond Davis Jr. (*1914 in Washington D.C., USA; †2006 in Blue Point, NY, USA ), von 1948 bis 1984 Forscher am Brookhaven National Laboratory (auf Long Island, NY) sowie schließlich Professor für Physik und Astronomie an der University of Pennsylvania, und der japanische Physiker Masatoshi Koshiba (*1926 in Toyohashi, Japan), Physikprofessor in Tokio, der 1987 am DESY in Hamburg arbeitete, entwickelten den experimentellen Nachweis von kosmischen Neutrinos. Die zweite Häfte des Nobelpreises ging an den italienischen Physiker Riccardo Giacconi (*1931 in Genua, Italien), zeitweise Professor für Astronomie an der Harvard University, in den 90iger Jahren an der Universität in Mailand und Generaldirektor der Europäischen Südsternwarte in Garching bei München, zuletzt an der John-Hopkins-University in Baltimore (USA), für seine radioastronomischen Entdeckungen, insbesondere der Entdeckung von kosmischen Röntgenstrahlungsquellen wie die bereits 1962 entdeckte Röntgenstrahlenquelle Scorpius-X1 .

Spuren von Neutrinos aus beta-Zerfall in Blasenkammer
Hintergrund: Neutrinos sind elektrisch neutrale Elementarteilchen von so extrem geringer Masse, dass es lange Zeit für kaum möglich gehalten wurde, diese Teilchen experimentell nachzuweisen. Zur experimentellen Detektion von kosmischen Neutrinos bedarf es der Konstruktion aufwändig von anderen Strahleneinflüssen abgeschirmter Neutrinodetektoren (beispielsweise das GALLEX in Italien).
Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/physics/laureates/2002/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/physics/laureates/2002/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)