Stockholm, 10. Oktober 2012

Heute wurde um 11:45 Uhr der Chemie-Nobelpreis 2012 bekanntgegeben.

Der Chemie-Nobelpreis 2012 geht an die beiden US-amerikanischen Wissenschaftler Robert J. Lefkowitz (*1943) und Brian K. Kobilka (*1955).

Sie werden für ihre Forschungen zu der Rezeptorgruppe der G-Protein gekoppelten Rezeptoren mit dem Nobelpreis für Chemie 2012 ausgezeichnet.

Robert J. Lefkowitz (*1943, New York City, NY, USA) studierte zunächst Chemie, später Medizin. Er arbeitet am Howard Hughes Medical Institut und an dem Duke University Medical Center (Durham, NC, USA). Ihm gelang in den späten 1960iger Jahren erstmals die Isolierung von G-Protein gekoppelten Rezeptoren (GPCR) und er erforschte ihre biochemische Regulation im Körper mit radioaktiv markierten Rezeptorproteinen. So konnte Lefkowitz feststellen unter welchen Bedingungen diese Rezeptoren an- und abgeschaltet werden.
Brian K. Kobilka (*1955, Little Falls, MN, USA) studierte zunächst Chemie und Biologie, dann Medizin. Er forscht an der medizinischen Fakultät der Universität Stanford in Kalifornien (USA). Kobilka klärte in jahrelangen Arbeiten u.a. den genetischen Code zu GPCR-Rezeptorproteinen auf.

Hintergrund: Die biologischen Rezeptoren aus der Gruppe der G-Protein gekoppelten Rezeptoren (GPCR) sitzen in der Zellmembran. Es sind inzwischen etwa 1000 solcher Rezeptoren bekannt. Sie sind maßgeblich verantwortlich für den Geschmacks- und Geruchssinn auch den Lichtsinn sowie die Erkennung vieler wichtiger Faktoren zur Regulation, so z.B. für die Herzschlagfrequenz. Die pharmakologische Bedeutung der GPCR-Rezeptoren liegt vor allem darin, dass sehr viele Medikamente hier erfolgreich ansetzen, darunter beispielsweise Medikamente gegen einen erhöhten Blutdruck wie etwa Betablocker. Betablocker beispielsweise blockieren bestimmte beta-Rezeptoren, die beta-Adrenozeptoren (auch diese gehören zur Gruppe der GPCR-Rezeptoren), an die ansonsten das Stresshormon Adrenalin bindet. Die Wirkung des Adrenalins wird so gesenkt, und damit sinkt auch der Blutdruck. Andere Medikamente binden an Rezeptoren um Allergien zu verhindern.
Inzwischen wurde von verschiedenen Forschungsgruppen auch der strukturelle Aufbau einiger GPCR-Rezeptorproteine aufgeklärt (siehe Schema Bild unten).

Schema der Struktur von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (Bild: Sven Jähnichen, bei Wikipedia)

Schema der Struktur von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (Bild: Sven Jähnichen, bei Wikipedia)

Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer großen Feier am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

Weblink (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2012/ (Seite der Nobelstiftung)

http://med.stanford.edu/kobilkalab/index.html (Labor von Kobilka an der Universität Stanford)

http://www.lefkolab.org/ (Labor von Lefkowitz)