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Stockholm, 4. Oktober 2010, 11:30 Uhr:
Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie 2010  geht an:
Robert G. Edwards

für die Entwicklung der In-vitro-Fertilisation.

Der britische Physiologe Robert Geoffrey Edwards (*1925 in Manchester, GB) ist der Pionier der Reproduktionsmedizin und entwickelte die in-vitro-Fertilisation, d.h. die Methode der künstlichen Befruchtung. Der Medizin-Nobelpreis 2010 geht damit an den Urvater des Retortenbabies. Nach seinem Studium der Agrarwissenschaften an der Universität in Glasgow lehrt Edwards Physiologie an der altehrwürdigen Universität in Cambridge (England).
Seit den späten 1950iger Jahren erforscht Edwards die Erzeugung von Embryos im Reagenzglas, die in-vitro-Fertilisation. Wenige Tage nach einer künstlichen Befruchtung wird zum Erreichen einer so gewünschten Fortpflanzung die befruchtete Eizelle wieder in die Gebärmutter der Frau überführt. 1978 kommt auf diese Weise das erste „Retortenbaby“ auf die Welt. Die Methode der in-vitro-Fertilisation ist inzwischen nicht mehr ungewöhnlich und hat vielen Paaren einen lange unerfüllt gebliebenen Kinderwunsch doch noch erfüllen können. Edwards gründet 1980 mit seinem Kollegen Patrick Steptoe eine Privatklinik für künstliche Befruchtung.

Spermium trifft Eizelle, elektronenmikroskopische Aufnahme

Spermium trifft Eizelle, elektronenmikroskopische Aufnahme

Hintergrund: Die Befruchtung zur Fortpflanzung geschieht auf natürlichem Wege, d.h. in-vivo, wenn in Folge des Geschlechtsverkehrs fruchtbare Spermien auf fruchtbare Eizellen treffen, so dass eine Befruchtung und die Entwicklung eines Embryos stattfinden kann.

In-vitro bedeutet im Reagenzglas, so dass bei der in-vitro-Fertilisation, also der künstlichen Befruchtung, die Befruchtung (Fertilisation) im Reagenzglas, d.h. außerhalb des Körpers vorgenommen wird. Dabei kann man den Befruchtungsvorgang zwischen Spermien und Eizellen im Reagenzglas spontan verlaufen lassen und nach 2-5 Tagen den entstandenen, mehrzelligen embryonalen Keim (Blastozyste) in die Gebärmutter zur Entwicklung einer Schwangerschaft einsetzen. Alternativ kann unter dem Mikroskop ein (gut entwickeltes) Spermium ausgewählt und in eine ebenfalls ausgewählte Eizelle injiziert werden. Künstlich befruchtete Eizellen können (auch noch im Mehrzellstadium) unter flüssigem Stickstoff bei -196°C praktisch unbegrenzt aufbewahrt werden.

Weblink: (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2010/ (Seite der Nobelstiftung)

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2005 teilen sich Robert Aumann und Thomas Schelling. Sie erhalten die Auszeichnung für ihre Beiträge zur Spieltheorie und zur spieltheoretischen Behandlung von Konfliktsituationen.

Der deutsch-amerikanisch-israelische Mathematiker Robert Aumann (*1930 in Frankfurt am Main, D) entstammt einer jüdischen Unternehmerfamilie in Frankfurt. 1938 flieht die Familie unter dem Druck der NS-Politik in die USA.  Hier studiert Aumann Mathematik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), 1956 geht der gläubige Jude Aumann nach Israel und lehrt an der Hebräischen Unsiversität in Jerusalem. Aumann ist Spezialist auf dem Gebiet der Spieltheorie, seine Arbeiten sind dabei stark interdisziplinär ausgerichtet. Und so wendet er spieltheoretische Ansätze auf verscheidenen Gebieten an. Den Nobelpreis erhält Aumann für seine spieltheoretischen Lösungsansätze in der soziologischen Konfliktforschung, darüber hinaus wendet Aumann die Spieltheorie auf Problemstellungen im Talmud und andere religiös-philsophische Fragestellungen an.
Die amerikanische ÖkonomThomas Schelling (*1921 in Frankfurt am Main, D) ist Absolvent der Berkeley University (Kalifornien), später forscht er an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts), an der Yale University in New Haven (Connecticut) und bleibt schließlich in Harvard. Den Ökonom Schelling interssiert die Frage wie Konflikte mit spieltheoretischen Ansätzen verstanden werden können. Sein auch politisch sehr einflussreiches Hauptwerk hat den Titel The Strategy of Conflict. In dieser Essaysammlung von 1981 werden verschiedene Konfliktsituationen spieltheoretisch untersucht.

Video: Talkrunde mit Robert Aumann über Konfliktbetrachtungen auf einem Mathematik-Festival von 2008 auf youtube

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2005/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2005/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)
http://de.wikipedia.org/wiki/Spieltheorie (Wikipedia-Artikel zur Spieltheorie)

Mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2006 wird Edmund S. Phelps für seine Analyse bestimmter zeitbezogener Effekte in makroökonomischer Politik ausgezeichnet.

Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Edmund Strother Phelps (*1933 in Evanston, Illinois, USA) wächst als Jugendlicher in Hastings (New York) auf. Dieser relativ kleine Ort stellt mit Phelps inzwischen 6 Nobelpreisträger und die örtliche Presse vermutet „etwas im Trinkwasser“. Phelps jedoch lobt seine Schule und seine musikalische Ausbildung, so er spielt Trompete in der Schulband (s.u. Link zu seiner Autobiografie bei der Nobel-Stiftung).
Phelps studiert Wirtschaftswissenschaften an der renommierten Yale University, New Haven (Connectitcut), er spezialisiert sich dabei auf das Gebiet der Makroökonomie, besonders die Regeln für wirtschaftliches Wachstum. Phelps forscht und lehrt als Professor an der Columbia University in New York City. In den 1960iger Jahren entwickelt er eine als Goldene Regel der Akkumulation bezeichnete Regel, die unter vereinfachten Annahmen den Zusammenhang zwischen Zinssatz, Wachstum und Konsum (der Bevölkerung) in der Weise wiedergibt,  dass der Konsum dann am höchsten ist, wenn der Zinssatz genau der Wachstumsrate des BIP (Bruttoinlandsprodukt) entspricht. Phelps Regel ist eine Grundregel in der makroökonischen Wachstumstheorie, sie wird in seinem Hauptwerk Golden Rules of Economic Growth von 1966 vorgestellt.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2006/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2006/phelps.html (Autobiografie Phelbs der Nobelstiftung)
http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Regel_der_Akkumulation (Wikipedia-Artikel über die Goldene Regel der Akkumulation)

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2007 teilen sich Leonid Hurwicz, Eric S. Maskin und Roger B. Myerson. Alle drei werden für ihre „Entwicklung der Grundlagen des Mechanischen Designs“ geehrt.

Die drei Nobelpreisträger sind alle amerikanische Wirtschaftswissenschaftler. Leonid Hurwicz (*1917 in Moskau; †2008 in Minneapolis, Minnesota, USA) hat polnische Eltern. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, anschließend der Physik sowie einer intensiven musikalischen Ausbildung am Konservatorium in Warschau besucht Hurwicz während der 1930iger Jahre in Großbritannien die London School of Economics. Ab 1940 arbeitet er in den USA, dort ist er Gastprofessor u.a. an der Harvard University in Cambridge (Mass.) und an der Standford University (Kalifornien). Hurwicz entwickelt Regeln in der ökonomischen Entscheidungstheorie, die nach ihm Hurwicz-Regeln oder Optimismus-Pessimismus-Regeln genannt werden. Mit seinen Arbeiten auf dem Gebiet der Entscheidungstheorie gilt Hurwicz auch als Begründer der Theorie des heute sogenannten „Mechanischen Designs“, ein Teilgebiet der ökonomischen Spieltheorie, das mit mathematischen (gruppentheoretischen) Methoden die Merkmale des Zusammenspiels (bzw. der Kooperation) verschiedener Teilnehmer im Markt untersucht.
Eric Stark Maskin (*1950 in New York City) schließt sein Studlium in Mathematik an der Harvard University in Cambridge (Mass.) ab, geht anschließend an die Standford University (Kalifornien) und wird schließlich Professor an der ebenfalls höchst renommierten Princeton University in Princeton (New Jersey). Mit seinen mathematischen Forschungsbeiträgen trägt Maskin wesentlich zur Weiterentwicklung der Theorie des Mechanischen Designs bei.
Roger Bruce Myerson (*1951 in Boston, Mass., USA) ist wie Maskin Mathematiker und Harvard-Absolvent. Er wirkt jeweils zeitweise an verschiedenen Universitäten als Gastprofessor. Myerson forscht auf dem Gebiet der Spieltheorie und trägt ebenfalls zur Entwicklung der Theorie des Mechanischen Designs bei.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2007/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2007/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)
http://de.wikipedia.org/wiki/Mechanismen-Entwurf (Wikipedia-Artikel zum Mechanistischen Design)

Mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2008 wird Paul Krugman für „seine Analysen der Handelsmuster und Räume wirtschaftlicher Aktivität“ ausgezeichnet.

Der amerikanische Volkswirt Paul Krugman (*1953 in New York City) ist einer der öffentlich bekanntesten Wirtschaftswissenschaftler und hat den Status eines Popstars in Ökonomie. Er entstammt einer Familie aus der oberen Mittelschicht. Nach Abschluss des Studiums der Volkswirtschaften an den renommierten Universitäten Yale in New Haven (Connecticut) sowie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (Mass.) lehrt und forscht Krugman später an der Stanford University (Kalifornien) und seit 2000 als Professor in Princeton (New Jersey).
Krugmans Spezialgebiet ist die Außenwirtschaftslehre, er entwickelt auf diesem Gebiet neue, differenziertere Ansichten, die unter dem Ausdruck „Neue Ökonomische Geografie“ bekannt sind. In Wirtschaftsfragen berät Krugmann die US-Präsidenten Ronald Reagon und Bill Clinton, darüber hinaus ist er publizistisch außerordentlich aktiv, so erscheinen von ihm neben Sachbüchern regelmäßig Kolumnen in der New York Times (s.u. Link zur Krugman-Seite). Krugmann mischt sich spätestens seit der Finanzkrise 2008 auch in die europäische Finanzpolitik ein, dabei kritisert er u.a. insbesondere auch die restriktive deutsche Sparpolitik.

Werke: (Auswahl, ggf. deutsche Titel, dann in Klammern: englische Titel, Erscheinungsdatum):  Geography and Trade (1991), Volkswirtschaftslehre (Economics, 2005) oder Die neue Weltwirtschaftskrise (The Return of Depression Economics and the Crisis of 2008, 2008)

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2008/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2008/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)
http://www.pkarchive.org/ („inoffizielle“ Seite von Paul Krugman)

Mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2009 werden Elinor Ostrom für ihre Analyse ökonomischen Handelns im Bereich Gemeinschaftsgüter (Allmenden) sowie Oliver E. Williamson für seine Analyse ökonomischen Handelns im firmeninternen Bereich ausgezeichnet.

Die bereits vielfach ausgezeichnete amerikanische Politikwissenschaftlerin Elinor Ostrom (*1933 in Los Angeles, Kalifornien) erforscht das Gebiet der Nutzung von Gemeinschaftsgütern, den sogenannten Allmenden. Nach dem Studium der Politikwissenschaften an der University of California in Los Angeles lehrt und forscht Ostrom an der Indiana University in Bloomington. Hier gründet sie mit ihrem Mann die nach dem Ort benannte Bloomington-School, die sich u.a. mit der Ökonomie der Allmemden beschäftigt. Ostroms Hauptwerk hat den Titel: Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action (1990), darin werden die Voraussetzungen und Probleme bei der wirtschaftlichen Nutzung von Gemeinschaftsgütern unter Betrachtung der Aspekte Nachhaltigkeit und Ressourcenbegrenzung erläutert.
Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Oliver Eaton Williamson (*1933 in Superior, Wisconsin, USA) ist Absolvent renommierter Universitäten, nach dem Studium am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an der Stanford University (Kalifornien) wird er später Professor an der Universität Berkeley (Kalifornien). Zu seinen Studienfeldern gehören die Transaktionkostenökonomie bei Transaktionen zwischen Unternehmen und Organisationen sowie der nach ihm benannte Williamson-Trade-Off, der u.a. das ökonomische Abwägen von Unternehmensfusionen auf die allgemeine wirtschaftliche und soziale Situation der Bevölkerung behandelt. Williamson wird mit seinem Werk Markets and Hierarchies (1975) über Fachkreise hinaus sehr bekannt.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2009/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2009/ostrom_lecture.pdf (Nobelvortrag von  Elinor Ostrom bei der Nobelstiftung, pdf-Dokument)
http://de.wikipedia.org/wiki/Allmende (Wikipedia-Artikel zu Allmenden)
http://de.wikipedia.org/wiki/Transaktionskostenökonomie (Wikipedia-Artikel zur Transaktionskostenökonomie)

Mit dem Friedensnobelpreis 2006 werden Muhammad Yunus und als Einrichtung die von Yunus gegründete Grameen Bank für die Förderung wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung von unten u.a. mit speziellen Mikrokrediten für Arme, ausgezeichnet.

Der vielfach ausgezeichnete bengalische Volkswirt Muhammad Yunus (*1940 in Chittagong, Bangladesch) ist ein ungewöhnlich einflußreicher Wirtschaftswissenschaftler. Nach dem Studium der Volkswirtschaften in den USA lehrt und forscht Yunus seit 1972 als Professor in Bangladesch an der Universität seiner Heimatstadt Chittagong. Yunus entwickelt die Idee Arme und Kleinstuntrenehmer ohne Chance auf reguläre Bankkredite mit Mikrokrediten zu unterstützen. Dazu gründet er 1983 die Grameen Bank (übersetzt: Dorf-Bank), heute mit Sitz in der Hauptstadt Dhaka und über 20.000 Mitarbeitern. Eine Besonderheit der Grameen Bank ist, dass ihre eigenen Kreditkunden den Großteil (gut 90%) an der Bank halten. Dieses außerordentliche Bank-System wird durch ein spezielles, in der jeweiligen Dorfgemeinschaft verankertes Bürgschaftverhalten auf Vertrauensbasis, das wiederum auf bestätigte Rückzahlungen beruht, aufrecht erhalten.
Das Modell der Grameen Bank funktioniert unerwartet erfolgreich, so dass es heute in vielen Ländern angewandt wird, darunter nicht nur Entwicklungsländer.

Muhammad Yunus, der Gründer der Grameen-Bank (2004)

Muhammad Yunus, der Gründer der Grameen-Bank (2004)

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2006/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2006/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)
http://www.grameen-info.org/ (Seite der Grameen Bank)

Mit dem Friedensnobelpreis 2007 werden Al Gore und als Organisation der Weltklimarat (IPCC) insbesondere für ihre Bemühungen, ein besseres Verständnis für die von Menschen verursachten Klimaveränderungen zu entwickeln, ausgezeichnet.

Der US-amerikanische Politiker Albert („Al“) Arnold Gore (*1948 in Washingten D.C.) ist von 1993 bis 2001 unter der Regierung Bill Clinton dessen Vizepräsident. Spektakulär verläuft Gores eigener Antritt als Präsidentschaftskandidat gegen George Bush: Bei der Wahl im Dezember 2000 unterliegt Gore, obwohl er eine halbe Millionen Stimmen mehr für sich verbuchen kann als Bush. Der Grund dafür liegt letztlich im US-Wahlsystem, dennoch ziehen sich die Auseinandersetzungen um Bushs merkwürdigen Wahlsieg lange hin.
Gores Vater war bereits Senator im US-Bundesstaat Tennessee, und so geht Gore Jr. nach Teilnahme am Vietnamkrieg und nach einem nicht abgeschlossenen Universitätsstudium Mitte der 1970iger Jahre für die Demokratische Partei ebenfalls in die Politik. Gore engagiert sich als Politiker und persönlich insbesondere für den Umwelt- und Klimaschutz, er hält dazu zahlreiche Vorträge und gründet auch eine Allianz zum Klimaschutz. Darüber hinaus ist er als Berater, Fondbeteiligter und Investor bei verschiedenen Technologieunternehmen aktiv, dies gilt auch für den noch recht neuen Bereich des Emissionshandels. Diese finanziellen Engagements Gores werden allerdings von verschiednen Seiten auch kritisch beurteilt. Skeptiker der Klimaerwärmung spötteln übrigens zuweilen und so wird ein meteorologischer Gore-Effekt kolportiert, der für heftige Kälteeinbrüche bei Konferenzen zur Klimaerwärmung verantwortlich sei (s.u. Wikipedia-Link)
Der Weltklimarat, kurz IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), wird 1988 von der UN-Umweltorganisation (UNEP) und der Weltorgansiation für Meteorologie ins Leben gerufen. Ausgangspunkt ist die von Seiten der Wissenschaften prognostizierte Globale Erwärmung, für die der Weltklimarat in internationaler Zusammenarbeit Strategien entwirft, um die Klimaveränderung einzudämmen bzw. um Möglichkeiten der Anpassung an diese Veränderungen zu erörtern. Der Weltklimarat liefert regelmäßig Sachstandsberichte für die Weltklimakonferenzen, auf welchen die internationalen Entscheidungsträger aus Politik und weiteren Organisationen zusammentreffen.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2007/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2007/press.html (Pressemeldung der Nobelstiftung)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gore-Effekt (zum Gore-Effekt)
http://www.ipcc.ch/ (Seite des Weltklimarats)

Harvard, Boston (MA, USA), 30. September 2010
Auch diese Jahr wurden in Harvard wieder, d.h. schon zum 20. Mal, die durchaus spaßhaft zu verstehenden, sogenannten Ig-Nobelpreise* verliehen. Die Ig-Nobelpreise werden bevorzugt für solche, oft schrullige Forschungsarbeiten vergeben, die einen zum Lachen bringen und zum Nachdenken anregen. Die Verleihung dieser „Anti-Nobelpreise“ ist ein großer Spaß und wurde am 30. September abends zeremoniell im Sanders-Theater der Harvard Universität in Bosten (Massachusetts) abgehalten. Dabei sind es echte Nobelpreisträger, dieses Jahr u.a. der Physiknobelpreisträger von 2005, Roy Glaubers, die den Preis übergeben. Folgende 10 Forschungsarbeiten bzw. die dafür verantwortlichen Wissenschaftler werden dieses Jahr „Ig-geehrt“:

In Physik werden neuseeländische Wissenschaftler geehrt, die herausgefunden haben, dass man mit über die Schuhe gezogenen Socken weniger der Gefahr ausgesetzt ist, auf vereisten Wegen auszurutschen.
In Chemie
werden Forscher des BP-Konzerns geehrt, da sie im Freilandexperiment nun doch zeigen konnten, dass sich Wasser mit Öl mischt.
In Medizin
wird eine niederländische Expertengruppe geehrt, die bewies, dass Asthmakranke während einer Achterbahnfahrt weniger unter Asthma zu leiden haben.
Den Ig-Friedensnobelpreis
(und Ig-Medizinnobelpreis?) bekommen  britische Wissenschaftler für ihre Erkenntnis, dass Fluchen Schmerzen lindert.
Der Ig-Nobelpreis für Management geht an eine italienische Gruppe der Universität Catania auf Sizilien, die herausfand, dass es für Unternehmen besser ist, wenn Manager ihre Mitarbeiter nach dem Zufallsprinzip befördern.
In Wirtschaftswissenschaften werden die Investmentbanker von Lehmann Brothers und Goldman Sachs geehrt, wegen der von ihnen entwickelten sehr effizienten Methode, höchste Gewinne bei geringstem Risiko zu erzielen.
In Zoologie werden chinesische Wissenschaftler Ig-geehrt, die sich intensiv mit dem Triebleben von Flughunden beschäftigen und dabei herausgefunden haben, dass Flughunde besonders scharf auf orale Stimulierungen sind.
In Tiermedizin werden die britischen bzw. mexikanischen Forscherinnen Karina Aceveda-Whitehouse sowie Agnes Rocha-Gosselin und Diane Gendron geehrt, die atemwegserkrankte Wale untersuchen und dafür trickreich eine ferngesteuerte Heliktopter-Drohne zwecks Einsammlung von „Walrotze“ einsetzten (dazu Bild s.u. Weblinks).
Ein Wissenschaftler mit dem schönen Namen Barbito (vermutlich promoviert) bekommt den Preis für das Aufzeigen mikrobakterieller Gefahren aus Bärten von Wissenschaftlern.
Schließlich werden japanische Wissenschaftler aus dem Transport- und Verkehrswesen für ihre Erkenntnis Ig-geehrt, dass Schleimpilze Verkehrprobleme unserer Städte lösen können.

Video: Die Verleihung im Sanders-Theater auf youtube

Weblinks (mit Bildern):
http://bazonline.ch/wissen/natur/Scherzbolde-wider-Willen-/story/18910474 (Artikel in Basler Zeitung mit Bild der Helikopter-Drohne im Einsatz für die Gesundheit der Wale)
http://improbable.com/ (Seite der „Ig-Nobelstiftung“ Improbable Resaerch, zu deutsch: unwahrscheinliche Wissenschaft)

* Ig steht vermutlich für ignoble, zu deutsch: gemein, niedrig, schändlich, schmachvoll, unedel, unehrenhaft, unwürdig, von niedriger Geburt (übersetzt mit: leo.org)

Der Friedensnobelpreis 2008 geht an Martti Ahtisaari, der damit u.a. für seinen „langjährigen, weltweiten Einsatz zur Lösung bewaffneter Konflikte“ ausgezeichnet wird.

Den finnischen Diplomat Martti Ahtisaari (*1937 in Viipuri, damals Finnland, heute Russland) zieht es früh in Länder der sogenanten Dritten Welt. So geht Ahtisaari nach einer Lehrerausbildung zu einer Art Auslandsreferendariat nach Pakistan. Später tritt er in den diplomatischen Dienst Finnlands und wird Botschafter in verschiedenen afrikanischen Ländern. In den 1970iger Jahren wird Ahtisaari erstmals Beauftragter der UNO für die damalige Konfliktregion Namibia. Fortan arbeitet er als Diplomat für die UNO. 1994 wird der beliebte Sozialdemokrat zum Präsidenten Finnlands gewählt, im Jahr 2000 tritt er in dieser Funktion ab. Anschließend arbeitet er wieder für die UNO als Diplomat für Verhandlungen in verschiedenen Konfliktregionen der Welt. 2007 engagiert er sich in den Fragen zum staatsrechtlichen Status in der von Krieg und Vertreibung geprägten, ehemals jugoslawischen und teilautonomen Region Kosovo.
In seinem Nobelvortrag sagt Ahtisaari: Peace is a question of will.

Weblinks (mit Bildern):
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2008/ (Seite der Nobelstiftung)
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2008/ahtisaari-lecture_en.html (Nobelvortrag von Ahtisaari bei der Nobelstiftung)

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